Heute ist der 18.02.2026 und die Ammerland-Klinik in Westerstede hat mit einem innovativen Arbeitszeitmodell für Pflegeschüler aufhorchen lassen. Das neue Konzept, das drei Tage mit jeweils 12,5 Stunden Arbeit und anschließender freier Zeit vorsieht, wurde auf der Schülerstation der Klinik erprobt. Die Schichten von 6 bis 18:30 Uhr, inklusive einer Stunde Pause, reduzieren die Anzahl der Schichtwechsel von drei auf zwei. Diese Erprobung geht auf die Idee von Levin Hansel zurück, der während eines Erasmus-Plus-Programms in Österreich Erfahrungen mit ähnlichen Schichten sammelte.
Die Vorteile dieses Modells sind vielfältig. So ermöglicht es eine intensivere Betreuung der Patienten und reduziert den Informationsverlust durch häufige Personalwechsel. Auch die Planung von Pflegeaufgaben wird flexibler gestaltet. Hannah Hedemann, eine der Pflegeschülerinnen, hat von positiven Rückmeldungen der Patienten berichtet und festgestellt, dass der Stress während der Schichten sinkt. Maike Gounaris, die stellvertretende Stationsleiterin, empfindet das Modell als anstrengend, jedoch besser strukturiert und angenehmer. Pflegedirektorin Birgit Paesch sieht das Potenzial des Modells und plant eine umfassende Evaluation, während Ruth Wienöbst, Leiterin des Ammerländer Ausbildungszentrums für Gesundheitsberufe, die Aufwertung des Pflegeberufs durch flexible Arbeitszeitmodelle betont.
Herausforderungen und Möglichkeiten im Pflegeberuf
Die Herausforderungen, vor denen Pflegeeinrichtungen stehen, sind nicht zu unterschätzen. Die Gewinnung und Bindung qualifizierten Personals ist entscheidend, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Einrichtungen zu sichern. Moderne Arbeitszeitmodelle, wie das in der Ammerland-Klinik getestete, sind keine bloßen Luxusprobleme, sondern strategische Notwendigkeiten. Sie können die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigern und tragen zur Senkung von Fehlzeiten bei. Insbesondere jüngere Pflegekräfte schätzen flexible Arbeitszeitmodelle, die auch die Arbeitgeberattraktivität erhöhen.
Um solche Modelle erfolgreich umzusetzen, bedarf es Mut, einer sorgfältigen Planung und der Mitbestimmung durch die Mitarbeitenden. Ein kleiner Anfang kann oft zu großen Veränderungen führen, wobei die Beteiligung der Mitarbeiter sowie die Nutzung digitaler Tools empfohlen werden. Ziel ist es, eine neue Dienstplankultur zu schaffen, die die Arbeitszeitgestaltung zum Erfolgsfaktor macht. Die Ammerland-Klinik hat mit ihrem Projekt bereits einen wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen, und das Arbeitszeitprojekt soll weiter ausgewertet und entwickelt werden, um die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern.
Fazit
Die Erprobung der 12,5-Stunden-Schichten an der Ammerland-Klinik ist ein Beispiel für den Wandel, den der Pflegeberuf durch flexible Arbeitszeitmodelle erleben kann. Solche Initiativen sind nicht nur wichtig für das Wohl der Patienten, sondern auch für die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Pflegekräfte. Die Diskussion über Arbeitszeitmodelle in der Pflege wird weiterhin an Bedeutung gewinnen, und die Erfahrungen der Ammerland-Klinik können als wertvolle Grundlage für zukünftige Entwicklungen dienen. Weitere Informationen über die Herausforderungen und Chancen in der Pflegebranche finden sich auch in einem umfassenden Ratgeber über Arbeitszeitmodelle für Pflegeeinrichtungen hier.