Im Landkreis Ammerland wird die Krisenvorsorge großgeschrieben. Die Informationskampagne „Unabhängig im Notfall“ zielt darauf ab, die Bevölkerung über wichtige Vorsorgemaßnahmen und das richtige Verhalten in Krisensituationen zu informieren. Besonders im Fokus stehen dabei Extremwetterlagen wie Starkregen, Hochwasser und Sturm, sowie die Gefahr eines großflächigen, langandauernden Stromausfalls, auch bekannt als Blackout. Die Gemeinden sind gefordert, sich optimal auf solche Szenarien vorzubereiten, und die ersten Schritte sind bereits unternommen.
Die Gemeinde Apen hat bereits Übungen zur Krisenvorsorge durchgeführt, während andere Kommunen wie Bad Zwischenahn und Rastede den Ausbau von Feuerwehrhäusern zu Notfall-Infopunkten planen. In Edewecht und Westerstede werden sogenannte Leuchttürme eingerichtet, um die Bürger im Notfall mit Informationen zu versorgen. Edewecht hat bereits acht und Westerstede neun solcher Leuchttürme in der Testphase. Die Vorbereitungen sind vielfältig, und die Bürger sollen besser informiert und sensibler für Krisensituationen gemacht werden. Die Ammerland-Klinik sowie große Lebensmittelbetriebe haben eigene Katastrophenschutzpläne erstellt. In der Landwirtschaft ist zudem die Anschaffung von Notstromaggregaten für die Tierversorgung ein wichtiges Thema, wie Dr. Tatjana Hoppe vom Ammerländer Landvolkverband betont.
Krisenvorsorge im Alltag
Zusätzlich zur kommunalen Krisenvorsorge ist auch die Eigenverantwortung der Bürger von großer Bedeutung. Der Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich auf mindestens zehn Tage Selbstversorgung einzustellen. Dabei sollten persönliche Bedürfnisse und Vorratsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Ein Vorrat für mindestens drei Tage kann schrittweise aufgebaut werden und ist bereits eine wertvolle Absicherung. Die individuelle Zusammensetzung des Vorrats, die persönliche Lebensmittelunverträglichkeiten und Vorlieben berücksichtigt, ist dabei essenziell.
Die Realität zeigt, dass Deutschland trotz seiner Sicherheitsstrukturen, wie rund 579 öffentlichen Schutzräumen, nicht auf alle Krisenszenarien vorbereitet ist. Diese Schutzräume stammen größtenteils aus der Zeit des Kalten Krieges und können nur einen Bruchteil der Bevölkerung aufnehmen. Zu den möglichen Krisen, die jederzeit eintreten können, zählen Stromausfälle, Pandemien und geopolitische Spannungen. Daher ist es entscheidend, dass die Bevölkerung in Krisensituationen selbst für die ersten 72 Stunden versorgt ist und nicht auf staatliche Hilfe warten muss.
Empfehlungen zur Eigenvorsorge
Um auf Krisen vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, folgende Vorräte anzulegen: mindestens 20 Liter Trinkwasser pro Person für 10 Tage, haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Konserven, Hygieneartikel sowie Erste-Hilfe-Material. Auch die Sicherstellung der Kommunikation, etwa durch das Ausdrucken wichtiger Telefonnummern, und eine gut ausgestattete Hausapotheke sind wichtig. In der modernen Gesellschaft sind wir stark von stabilen Lieferketten und Infrastruktur abhängig, weshalb jeder Bürger in der Verantwortung steht, sich eigenständig vorzubereiten.
Die Initiativen im Landkreis Ammerland und die Empfehlungen des BBK verdeutlichen, dass Notfallvorsorge für alle Bürger von großer Bedeutung ist. Es liegt an uns, Verantwortung zu übernehmen und uns bestmöglich auf Krisensituationen einzustellen, um auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig zu bleiben.
Für weitere Informationen zur Krisenvorsorge und praktischen Tipps besuchen Sie die NWZ Online und den BBK Ratgeber.
Zusätzlich können weitere Informationen zur Notfallvorsorge auf de-notfallvorsorge.de gefunden werden.