In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sorgten Polarlichter für ein faszinierendes Spektakel über dem Zwischenahner Meer. Während die Bedingungen am Mittwochmorgen um 4 Uhr wegen hoher Wolken alles andere als optimal waren, wurde die vergangene Nacht als eine der besten Polarlichtnächte seit Jahren gefeiert. Diese beeindruckenden Himmelserscheinungen, die durch energiereiche Partikel aus Sonnenstürmen entstehen, ziehen seit jeher die Blicke von Naturfreunden und Fotografen auf sich. Experten und Hobby-Beobachter sind sich einig: In den kommenden Nächten könnten die Sichtbedingungen sogar noch besser werden. Laut nwzonline wird für alle, die es trotz des modernen Alltags aufs Land zieht, ein unverhofftes Naturschauspiel erwartet.

Markus Hibbeler, ein Profi-Fotograf mit über 20 Jahren Erfahrung in der Polarlichtfotografie, ist begeistert. „Das Erfolgserlebnis, einen perfekten Moment festzuhalten, geschieht nur in 20 bis 30 Prozent meiner Ausflüge“, betont er. Besonders ausdrucksstark ist bei den Polarlichtern die rötliche Verfärbung, die durch die Wechselwirkung geladenen Teilchen des Sonnenwinds mit Stickstoff-Atomen in der Erdatmosphäre entsteht. Diese farbenfrohen Lichtspiele erscheinen erst in Höhen von 120 Kilometern; darunter sind sie grünlich, was beim Beobachten der Lichter für das unbeschulte Auge wichtig ist.

Polarlichter und ihre Entstehung

Wie entstehen diese atemberaubenden Polarlichter? Das versteht man am besten, wenn man sich mit dem Sonnenwind und seinen Eruptionen auseinandersetzt. Bei gewaltigen Ausbrüchen auf der Sonne werden energiereiche Partikel ins All geschleudert, welche die Erde innerhalb von ein bis vier Tagen erreichen. Trifft dieser Sonnenwind auf die Gasmoleküle der Erdatmosphäre, wird die Energie in visuell beeindruckendes Licht verwandelt. Die grüne Farbe entsteht bei niedrigen Höhen durch Sauerstoff, wohingegen höhere Höhen für rote oder blaue Polarlichter verantwortlich sind, wie die Experten von t-online erläutern.

Die besten Chancen für Sichtungen hat man im dunklen Winterhalbjahr, besonders im hohen Norden. Für die Bewohner der städtischen Gebiete ist der Blick auf dieses Naturschauspiel oft deutlich eingeschränkt. Doch die App „Hello Aurora“ kann helfen: Sie zeigt an, ob Polarlichter an deinem Standort sichtbar sind, basierend auf Wetterbedingungen und magnetischen Aktivitäten. Dies macht die Suche nach einem geeigneten Beobachtungsort umso spannender!

Das Interesse an Polarlichtern wächst

Dieses Phänomen hat Kernelemente der Naturwissenschaft und das Gefühl für Abenteuer zusammengebracht. Die Faszination, die Polarlichter auslösen, ist ungebrochen. Laut einer aktuellen Umfrage interessieren sich immer mehr Menschen in Deutschland für das Lichterspiel. In den letzten Jahren wurde das Phänomen vermehrt auch in Deutschland sichtbar, besonders Ende April und Anfang November 2023, als es zeitweise auch über deutschen Himmel strahlte. Das Auftreten dieser Nordlichter ist nicht vom Klimawandel verursacht und erfreut sich größerer Beliebtheit.

Wer auf der Suche nach einem persönlichen Abenteuer ist, sollte sich die kommenden Nächte nicht entgehen lassen! Denn während die erdgerichteten Ausbrüche auf der Sonne für frische Farbspiele am Himmel sorgen, dürften sich zahlreiche Naturbeobachter und Fotografen bestens darauf vorbereiten, ihre Erlebnisse für die nächsten Generationen authentisch festzuhalten.