Heute ist der 18.02.2026 und die Situation der Apotheken in Niedersachsen ist alarmierend. Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) hat erneut die Bundesregierung aufgefordert, das Apothekenhonorar auf mindestens 9,50 Euro zu erhöhen. Diese Forderung kommt nicht von ungefähr: Der LAV kritisiert den Stillstand bei den Honoraren der Apotheken und sieht in der finanziellen Stärkung eine Möglichkeit, dem drohenden Apothekensterben entgegenzuwirken. Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV, betont, dass die versprochene Erhöhung des Apothekenhonorars bislang ausgeblieben ist. Seit 2013 liegt dieses in der Arzneimittelpreisverordnung geregelt bei 8,35 Euro, während die Betriebs-, Personal- und Energiekosten kontinuierlich steigen.

Die Niedersächsische Landesregierung, besonders Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, erkennt die Dringlichkeit dieser finanziellen Stärkung an. Dennoch fragt der LAV, warum der Bund nicht die Notwendigkeit einer Anpassung des Apothekenhonorars anerkennt und entsprechende Schritte unternimmt. Ein Rückgang der Apotheken könnte nicht nur die wirtschaftliche Lage der Apotheker gefährden, sondern auch die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung negativ beeinflussen.

Ein besorgniserregender Trend

Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2013 ist die Zahl der Apotheken in Deutschland um 19,7 Prozent gesunken. Aktuell schreiben sieben Prozent der Apotheken rote Zahlen. Diese Entwicklung wird von Experten als Warnzeichen gewertet. Thomas Preis, Präsident der ABDA, fordert daher eine finanzielle Unterstützung von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung, um die Situation zu verbessern. Die steigenden Personal- und Sachkosten machen vielen Apotheken zu schaffen und gefährden nicht nur deren Existenz, sondern auch die Erreichbarkeit für die Patienten.

Eine Kampagne mit dem Titel „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“ wird bereits geplant, um die Öffentlichkeit für die Problematik zu sensibilisieren. Zudem gibt es im Koalitionsvertrag das Versprechen, das Apothekenpackungsfixum auf 9,50 Euro pro Packung verschreibungspflichtiger Arzneimittel zu erhöhen. Allerdings steht die Umsetzung dieses Versprechens noch aus. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, so gab es seit 2004 nur eine minimale Anpassung des Festhonorars um 3,1 Prozent, was zu einem massiven Rückgang der Apotheken geführt hat. Prognosen deuten darauf hin, dass bis Ende 2025 bundesweit nur noch 16.601 Apotheken existieren werden.

Die Rolle der Apotheken in der Gesellschaft

Apotheken leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Mit der Schließung von Apotheken steigen die Wege für Patienten zur nächsten Apotheke, was insbesondere für ältere Menschen oder solche mit eingeschränkter Mobilität problematisch sein kann. Die Herausforderungen, vor denen die Apotheken stehen, sind also nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern betreffen auch die Qualität und Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung insgesamt. Eine Stärkung der Apotheken ist daher nicht nur im Interesse der Apotheker, sondern auch der gesamten Gesellschaft.

Die derzeitige Situation zeigt, wie wichtig es ist, dass die politischen Entscheidungsträger die Anliegen der Apotheken ernst nehmen und zügig handeln, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland aufrechtzuerhalten. Es bleibt zu hoffen, dass der Druck von Seiten der Apotheker und der Bevölkerung Wirkung zeigt und die notwendigen finanziellen Anpassungen bald umgesetzt werden.