In der Stadt Aurich gibt es spannende Entwicklungen in der politischen Mitbestimmung junger Menschen. Bürgermeisterkandidatin Sarah Buss hat die Initiative ergriffen und schlägt die Einrichtung eines Jugendparlaments vor, um die politische Beteiligung der Jugend zu stärken. Ihr Anliegen richtet sich an Bürgermeister Horst Feddermann, der bereits vor zwei Jahren ein Jugendgremium ins Gespräch brachte, und zeigt, wie wichtig die Stimme der Jugend in der Stadt ist. Um von den Erfahrungen anderer Kommunen zu lernen, plant Buss, Jugendbürgermeister aus umliegenden Städten zu einer Sitzung des Sozialausschusses einzuladen.

In der Region existieren bereits erfolgreiche Jugendparlamente, beispielsweise in Norden und Friesland. Das Projekt „JugA – Jugend gestaltet Aurich“, das 2007 initiiert wurde, dient dabei als wichtiges politisches Beteiligungsforum für Jugendliche. Buss betont die Notwendigkeit stabiler Strukturen für ein funktionierendes Jugendparlament und sieht „JugA“ als einen grundlegenden Baustein. Das geförderte Projekt „JugA goes Europe“ zeigt zudem das große Interesse der Jugendlichen an politischer Mitgestaltung. Auch der neu aufgestellte Stadtjugendring Aurich, ein Zusammenschluss von Vereinen in der Jugendarbeit, spielt eine zentrale Rolle in diesen Bestrebungen, mit Kai Beitelmann an der Spitze.

Vorteile und Herausforderungen eines Jugendparlaments

Bürgermeister Feddermann hat die Bedeutung eines Jugendparlaments unterstrichen, sieht jedoch auch Herausforderungen, insbesondere aufgrund der hohen Fluktuation innerhalb der Altersgruppe. Der Stadtjugendring hat bereits einen beratenden Sitz im Jugend- und Sozialausschuss des Stadtrats, was eine direkte Verbindung zwischen der Jugend und der Stadtverwaltung schafft.

Die Jugendbeteiligung hat in Aurich eine lange Tradition und ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Jugendzentrums. Der Förderkreis Schlachthof e. V. ist aus dem Engagement der Jugendlichen entstanden und weiterhin aktiv im Jugendzentrum, wo der Fokus auf kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten und Musikveranstaltungen liegt. Das Projekt JUGA ermöglicht es den jungen Menschen, sich aktiv in die politische Landschaft und jugendrelevante Themen der Stadtentwicklung einzubringen. Regelmäßige JUGA-Treffen bieten eine Plattform, um sich zu vernetzen und aktiv mitzugestalten.

Strukturen und Mitbestimmung im Jugendparlament

Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) kann auf verschiedene Arten zusammengesetzt werden, sei es durch Wahlen, Delegation oder Benennung. Mischformen sind ebenfalls möglich, was die Repräsentativität und Zugänglichkeit für die Jugendlichen erhöht. Die Satzung des KiJuPa sollte idealerweise gemeinsam mit den gewählten Jugendlichen erarbeitet werden, um ihre Bedürfnisse und Wünsche zu berücksichtigen. Die Dauer der Legislaturperiode wird üblicherweise auf zwei Jahre festgelegt, mit der Möglichkeit zur Wiederwahl, was eine langfristige Bindung und Kontinuität fördert.

Die Entwicklungen in Aurich zeigen, dass es einen klaren Wunsch nach mehr Mitbestimmung und einer stärkeren Stimme für die Jugend gibt. Mit einem gut strukturierten Jugendparlament, unterstützt durch bestehende Initiativen wie „JugA“, könnte Aurich ein Vorreiter in der politischen Jugendbeteiligung werden. Die Stadt hat die Chance, ein Umfeld zu schaffen, in dem junge Menschen nicht nur gehört werden, sondern aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft teilnehmen können.

Für weitere Informationen über die Jugendbeteiligung in Aurich, besuchen Sie die Website des Jugendzentrums unter jugend-familie-aurich.de oder lesen Sie mehr zu den Kinder- und Jugendparlamenten auf kinderrechte.de.

Die Quelle für diese Informationen ist NWZ Online.