In Braunschweig tut sich was im Bereich des Bevölkerungsschutzes. Am 2. Dezember 2025 startet die Stadt eine umfassende Informationskampagne, um die Bevölkerung über den Aufbau eines modernen Sirenenwarnsystems zu informieren. Diese Initiative ist nicht nur ein Schritt in Richtung Sicherheit, sondern auch eine Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen durch Naturkatastrophen und andere Gefahren, die die Notwendigkeit eines verlässlichen Warnsystems unterstreichen. Die Stadtverwaltung möchte die Bürger:innen aktiv einbinden und wird sie über die neu konzipierte Homepage unter www.braunschweig.de/sirene informieren.
Die Homepage bietet eine Fülle an Informationen, die von Sirenensignalen und Handlungsempfehlungen bis hin zu hintergründigen Erklärungen des Warnsystems reichen. Außerdem sind dort Beispieldurchsagen zu finden, damit die Menschen wissen, was sie im Ernstfall erwartet. Die Aktion wird zudem durch die Verteilung von 10.000 „City-Cards“ ergänzt, die in Freizeit- und Gastronomieeinrichtungen zu finden sind. Mit klugen Sprüchen und auffälligen Motiven sollen diese Karten die Aufmerksamkeit auf das Thema Sirenen und Bevölkerungsschutz lenken. Ab Kalenderwoche 49 werden zudem „City Light Poster“ an Bushaltestellen und Verkehrsknotenpunkten sichtbar sein und so das Bewusstsein weiter schärfen.
Erste Sirene und weitere Schritte
Ein wichtiger Meilenstein in diesem Aufbauprojekt wurde bereits am 20. August 2025 erreicht: Die erste Sirene wurde auf dem Dach eines Gymnasiums installiert. Bis Anfang 2026 sind an über 100 Standorten im Stadtgebiet weitere Installationen geplant. Die Grundlage für dieses umfangreiche Warnsystem sind die Gesamtkosten von rund 3,4 Millionen Euro, die durch finanzielle Unterstützung des Bundes und des Landes getragen werden. In Niedersachsen gibt es landesweit über 5.500 Sirenenstandorte, jedoch sind nicht alle einsatzbereit, was die Bedeutung dieses Projekts unterstreicht. Diese modernen Sirenen sind so konzipiert, dass sie auch Sprachdurchsagen abspielen können, was eine klare und verlässliche Kommunikation im Notfall ermöglicht.
Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) bezeichnete die Installation der Sirenen als den ersten großen Schritt zur Verbesserung der Sicherheit in der Stadt, während die Sirenen nicht nur auf städtischen, sondern auch auf privaten Gebäuden und Masten installiert werden sollen. Die Installation erfolgt durch Fachfirmen, die aufgrund der hohen Nachfrage unter Druck stehen, die Arbeiten schnell zu erledigen.
Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus
Dieses umfassende Sirenenförderprogramm ist Teil einer deutschlandweiten Initiative, die als Antwort auf die Flutkatastrophen ins Leben gerufen wurde. Das Programm wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geleitet und zielt darauf ab, die Sireneninfrastruktur in Deutschland grundlegend zu verbessern. Die Herausforderung ist klar: Viele bestehende Sirenen entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards, und die Entscheidung über den Einsatz neuer Sirenen liegt bei den Kommunen.
Mit dem Sirenenförderprogramm 2.0, das 2023 beschlossen wurde, wurden zusätzliche Gelder bereitgestellt, um die Gemeinden bei der Anschaffung neuer Sirenen und der Modernisierung bestehender Geräte zu unterstützen. Diese Initiative ist unbefristet und ermöglicht den Kommunen, die sie benötigen, auf die finanziellen Mittel zuzugreifen, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung im Ernstfall schnell gewarnt werden kann. Unterstützung gibt es auch beim Aufbau von Alarmnetzen, wobei 45% der finanziellen Mittel von den Bundesländern selbst aufgebracht werden müssen.
Für alle, die mehr über dieses wichtige Thema erfahren oder an der Informationskampagne teilnehmen möchten, ist es empfehlenswert, einen Blick auf die Stadtseite zu werfen. Sirenen werden einem immer wichtigeren Bestandteil in der Katastrophenprävention, die auch ganz im Zeichen der aktuellen geopolitischen Lage und der Klimakrise steht. Sirenen sollten jedoch nicht der einzige Warnkanal sein; sie ergänzen mittlerweile auch moderne Technologien wie Warn-Apps und Rundfunkdurchsagen für eine umfassende Informationsbereitstellung im Notfall.