Der Hagenmarkt in Braunschweig steht aktuell ganz im Zeichen der Baustelle, was vielen Geschäftsinhabern wie Andrea Schmidt, die seit 22 Jahren die „Teestube & Café Schmidt“ betreibt, zu schaffen macht. Besucherzahlen sinken, die Lärmbelästigung und die Staubentwicklung sind für viele ein Grund, den beliebten Platz zu meiden. „Es ist das erste Mal, dass ich wirklich ans Aufhören denke“, gesteht Schmidt, deren Café von der Baustelle besonders betroffen ist. Die Umleitungen von rund 200 Metern zur nächsten Kirche schrecken viele Stammgäste ab und sorgen dafür, dass sich der Schmutz auf den Tischen festsetzt. Der Hagenmarkt, einst eine Wohlfühlmeile, scheint inzwischen eher einer Baustelle gleichzukommen, als einem einladenden Platz zur Entspannung.

Die Stadt Braunschweig hat zwar ein langfristiges Neugestaltungsprojekt für den Hagenmarkt ins Leben gerufen, das mehr Grün und Ruhezonen schaffen soll, doch die gegenwärtige Situation bleibt angespannt. „Wir haben das Bestreben, die Auswirkungen auf die ansässigen Betriebe zu minimieren“, versichert ein Stadtsprecher. Doch für Andrea Schmidt bedeuten die finanziellen Einbußen durch weniger Gäste nicht nur Stress, sondern stellen auch die Existenzfrage für ihr Café dar. Regelmäßige Informationen zur Baustelle erhält sie oft von ihren treuen Kunden.

Planung und Perspektiven für den Hagenmarkt

Die Stadtverwaltung hat bereits die Neugestaltung des Platzes sowie angrenzender Verkehrsräume in die Wege geleitet, was auch die Durchführung von dringend notwendigen Straßenbauarbeiten umfasst. Diese sollen die Geh- und Radwege verbessern und gleichzeitig die Leitungen für Strom, Telekommunikation und Wasser erneuern. „Die Bauzeit wird auf etwa 13 Monate geschätzt“, so die Behörde. Ein neues Ausschreibungsverfahren für das Gesamtprojekt, das ursprünglich keine verwertbaren Angebote hervorbrachte, soll im März 2025 gestartet werden, mit einem gewünschten Baustart ab Juli 2025.

Parallel zur Platzgestaltung laufen auch archäologische Untersuchungen, die nicht nur historische Erkenntnisse versprechen, sondern den Zeitraum der Bauarbeiten zusätzlich verlängern könnten. „Wir hoffen, die temporäre Sperrung des Bohlwegs zwischen Brunnenumfeld und Katharinenkirche in der Vorweihnachtszeit aufzuheben“, erklärt die Stadtverwaltung. Ziel ist es, den Platz als Klimaoase mit vergrößerten Grünflächen und einer verbesserten Klimawirkung zu gestalten, sodass zukünftige Besucher und Anwohner gleichermaßen profitieren.

Baustellenmanagement und Sicherheit

Während die Anwohner auf eine Rückkehr zur Normalität hoffen, ist auch das Baustellenmanagement ein Thema, das nicht unbeachtet bleiben sollte. Baustellen sind oft gefährliche Orte. Regelmäßige Überprüfungen zur Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen sowie der Schutz der Passanten sind unerlässlich. Mehrere Maßnahmen, wie Absperrungen und Umleitungen, sind notwendig, um Risiken zu minimieren und gleichzeitig den Personenverkehr aufrechtzuerhalten, wie auch bei der Sanierung der Entwässerungskanäle durch die SEBS bewusst eingegangen wird.

Die Digitalisierung spielt dabei eine zunehmend entscheidende Rolle. Mit innovativen Lösungen wie cloud-basierten Anwendungen und mobilen Apps für die Baukoordination könnte der gesamte Bauprozess effizienter gestaltet werden. „Ein gutes Baustellenmanagement bringt nicht nur Sicherheit, sondern stärkt auch die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und sorgt so für einen zügigen Fortschritt“, macht eine Fachkraft aus der Branche deutlich.

Die Entwicklungen am Hagenmarkt werden mit Spannung verfolgt, und während die Geschäftsinhaber, wie Andrea Schmidt, um ihre Existenz bangen, ist die Hoffnung auf eine erholsame und grünere Innenstadt groß. „Es muss sich etwas ändern, und wir alle warten darauf, dass der Platz endlich wieder zum Leben erwacht“, so eine Anwohnerin, die die Entwicklungen mit Sorge beobachtet.

In der kommenden Zeit werden sowohl die Stadtverwaltung als auch die Geschäftsinhaber gefordert sein, um den Hagenmarkt wieder zu einem einladenden Ort für alle zu machen.

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