Ein wahres Relikt aus vergangener Zeit steht in der Gemeinde Kalefeld im südlichen Niedersachsen: das faszinierende Schloss Oldershausen. Obwohl es im neugotischen Stil erbaut wurde und bis 1945 von der Familie von Oldershausen bewohnt war, ist das stattliche Bauwerk seit Jahrzehnten ungenutzt und verfällt zunehmend. Die einmal prächtigen Räumlichkeiten, einst ein Ort des Adels und später ein Lebensraum für viele, sind heute Daheim für Fledermäuse und Eulen.

Der Bau des Schlosses begann im Jahr 1853 auf den Ruinen eines älteren Adelssitzes, der bereits 1538 von Adam von Oldershausen errichtet wurde. Im Laufe der Jahre erlebte das Schloss viele Wandlungen – von der Nutzung durch die britische Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg, über seine Verwendung als Heilstätte bis hin zu einem Rehazentrum für Kinder. All diese Nutzungsschritte sind Teil der wechselvollen Geschichte des Gebäudes, das zwischenzeitlich auch den Spitznamen „Hustenburg“ trug, als es als Lungenheilstätte diente.

Ein Denkmal unter Druck

Trotz seiner Denkmalwürdigkeit steht das Schloss Oldershausen heute im Schatten der Vergangenheit. Der Eigentümer, Eckhart Otto, hat seit seiner Übernahme im Jahr 2005 große Mühe, Pläne zur Wiederbelebung des Schlosses zu realisieren. Die Denkmalpflege erschwert den Verkauf des Anwesen, was die Sanierung und die Entwicklung konkreter Nutzungsideen fast unmöglich macht. Obwohl Otto sich für eine private Rettung des Schlosses stark macht, sind die Kosten für Instandhaltung und Bewirtschaftung höher als die potenziellen Einnahmen, was die Situation noch verkompliziert.

Die Genehmigungen für die Umnutzung sind rar, und auch die Gerüchte, der Denkmalschutz könnte aufgehoben werden, sorgen nur für wenig Optimismus. Immerhin – das Anwesen bleibt ein perfekter Rückzugsort für die Natur, auch wenn es in einem gefährlichen Zustand vor sich hin vegetiert. Laut Otto gibt es trotzdem weiterhin Hoffnung auf eine positive Entwicklung.

Die Situation vor Ort

Das Schloss selbst liegt malerisch an der Schloßstraße am südlichen Dorfrand von Kalefeld-Oldershausen. Der Zugang ist offiziell untersagt, denn die Gebäude sind von maroden Böden und herabfallenden Ziegeln bedroht. Immer wieder versuchen Neugierige, das durch gewucherte Pflanzen überwucherte Gelände zu betreten, was jedoch große Risiken birgt.

Die Lage des Schlosses, etwa 50 Minuten von Braunschweig entfernt, zieht auch immer wieder Abenteurer und Lost-Place-Fans an, die von den imposanten Überbleibseln einer glorreichen Zeit angezogen werden. Rund um das Schloss hat sich die Natur mittlerweile einen eigenen Lebensraum geschaffen, und die düstere Schönheit der Ruine fasziniert immer mehr Menschen, trotz der drohenden Gefahr.

Die Geschichte und der aktuelle Zustand des Schlosses Oldershausen sind ein eindringlicher Hinweis darauf, wie schnell Ruhm und Verfall Hand in Hand gehen können. Wikipedia beschreibt eindrucksvoll, wie das einstige Wahrzeichen des Ortes von seiner einstigen Pracht immer weiter abweicht und dabei zum Rückzugsgebiet geschützter Tierarten wird.