Die Zukunft des Textildiscounters KiK in Deutschland steht auf der Kippe. In den letzten Wochen berichteten die Medien über eine Reihe von Schließungen, die auch die Region Braunschweig betreffen könnten. KiK ist mit mehreren Filialen in der Umgebung vertreten und plant im ersten Quartal 2026 die Schließung von rund 50 Verkaufsstellen in Europa, darunter etwa 25 in Deutschland. Dies geht aus Berichten hervor, die auch Details zu den Gründen für diese Maßnahmen nennen.
Die Schließungen sind Teil einer strategischen Neuausrichtung, die KiK unter dem Schlagwort „KiK Filialnetz Optimierung 2026“ vollzieht. Das Unternehmen prüft kontinuierlich, wie es produktiver und effizienter werden kann, und reagiert damit auf ein schwieriges Marktumfeld, das durch hohe Kosten, Inflation und verändertes Kaufverhalten geprägt ist. Besonders betroffen sind Filialen, die als wirtschaftlich gefährdet gelten, wobei in Deutschland etwa 170 Standorte als „notleidend“ oder nahe der Verlustgrenze eingestuft werden.
Gründe für die Schließungen
Die Gründe für die Schließungen sind vielfältig. Neben der unzureichenden Wirtschaftlichkeit und gestiegenen Kosten sieht KiK auch eine veränderte Wettbewerbsdynamik und eine Kaufzurückhaltung der Kunden als Faktoren. Die Inflation hat die Einkaufspreise und Betriebskosten erhöht, was die Margen unter Druck setzt. Gleichzeitig sind bis zu 400 weitere Filialen europaweit unter Beobachtung, da sie als wirtschaftlich gefährdet gelten.
In der Region gibt es jedoch bisher keine konkrete Bestätigung, ob die Filialen in Braunschweig und Umgebung von den Schließungen betroffen sind. KiK hat bislang keine vollständige Liste der betroffenen Standorte veröffentlicht, nennt jedoch einige Städte wie Twistringen und Bad Soden-Salmünster, die ebenfalls betroffen sein könnten. Das Unternehmen plant jedoch, betroffenen Mitarbeitern, wenn möglich, eine Weiterbeschäftigung in nahegelegenen Filialen anzubieten.
Strategische Neuausrichtung und Marktentwicklungen
Die strategische Wende von KiK zielt darauf ab, die Profitabilität einzelner Standorte zu sichern, statt aggressiv zu expandieren. Im Jahr 2023 erzielte KiK einen Umsatz von 2,428 Milliarden Euro und prognostiziert 2,43 Milliarden Euro für 2025. Die Restrukturierung erfolgt nicht pauschal, sondern basiert auf einer umfassenden Analyse der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Filialen. Zudem werden KI-Systeme zur datengestützten Analyse der Filialperformance implementiert, um die Sortimentsoptimierung und Leistungsbewertung zu verbessern.
Während KiK sich auf die Schließungen vorbereitet, stehen auch Wettbewerber wie Action, TEDi und Woolworth unter Druck, da sie aggressiv expandieren. Diese Entwicklungen könnten die Leerstandsproblematik in den betroffenen Städten verschärfen. Die Unsicherheit unter den Mitarbeitenden wächst, da mögliche Arbeitsplatzverluste und Einkommenseinbußen durch reduzierte Öffnungszeiten befürchtet werden. Gewerkschaften haben bereits die negative Auswirkung auf die Arbeitsbedingungen kritisiert.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für KiK entwickeln wird. Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, ein „gesundgeschrumpftes“ Filialnetz zu schaffen, um die Position als führender Textildiscounter zu behaupten und die Attraktivität der verbleibenden Standorte zu steigern. Während die Schließungen in Deutschland und Österreich die Diskussion über die Zukunft des Einzelhandels anheizen, bleibt die Frage, wie sich diese Veränderungen auf die Kunden und Mitarbeitenden auswirken werden.
Weitere Informationen zu den geplanten Schließungen und deren Hintergründen finden Sie in den Berichten von RegionalHeute und Rathausnachrichten sowie in der Analyse von OnlineMarktplatz.