Heute, am 19. Februar 2026, gedenken wir der Opfer rassistischer Morde in Celle und erinnern uns besonders an die schrecklichen Ereignisse von 2020 in Hanau. An diesem Tag ermordete ein Rechtsextremist zehn Menschen, darunter Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov und Gabriele Rathjen. Tragischerweise war der Mörder auch für den Tod seiner Mutter verantwortlich. Dieser Anschlag ist Teil einer beunruhigenden Reihe rechtsextremer und rassistischer Gewalttaten und verdeutlicht die Gefahren von Hassideologien sowie die Notwendigkeit eines umfassenden Vorgehens gegen Rassismus. Die Öffentlichkeitsarbeit, die in Gedenken an die Opfer geleistet wird, soll zeigen, dass hinter jeder Zahl ein Mensch mit Familie und Zukunftsplänen steht.

In Celle gab es ebenfalls Opfer von rassistischer oder rechtsextremer Gewalt, darunter Arkan Hussein Khalaf und Peter Deutschmann. Die „Initiative 19. Februar“ hat sich seit 2020 zum Ziel gesetzt, auf Rassismus und das Versagen des Staates aufmerksam zu machen. Sie fordert, dass die Erinnerung an die Opfer nicht symbolisch bleibt, sondern als Ausgangspunkt für strukturelle Veränderungen dient. Am Jahrestag des Anschlags wird heute um 19 Uhr der Film „Das deutsche Volk“ von Marcin Wierzchowski im Kino 8 ½ in Celle gezeigt, und der Eintritt ist frei, in Kooperation mit dem Arbeitskreis Internationalismus Celle und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen. Diese Veranstaltungen sind ein wichtiger Teil des kollektiven Gedenkens und des Aufrufs an die Gesellschaft, Rassismus zu benennen und aktiv zu bekämpfen.

Ein Aufruf zur Auseinandersetzung

Die Initiative 19. Februar ruft jedes Jahr zum Gedenken an die Opfer auf und betont die Notwendigkeit, sich mit dem rassistischen Normalzustand in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen auseinanderzusetzen. Jedes Jahr werden die Namen der neun Opfer des Anschlags in Hanau genannt, um das Gedächtnis wachzuhalten und die Verantwortung der Gesellschaft zu betonen. Kritisiert wird, dass der Staat seiner Verantwortung nicht ausreichend nachgekommen ist und dass es an juristischer Aufklärung und kritischer Aufarbeitung mangelt. Erinnern bedeutet hier nicht nur, der Opfer zu gedenken, sondern auch zu handeln, um Veränderungen zu bewirken.

Ein weiterer tragischer Aspekt ist der Fall von Ibrahim Akkuş, der am 10. Januar 2026 an den Spätfolgen seiner Schussverletzung starb. Solche Schicksale verdeutlichen, dass die Auswirkungen rassistischer Gewalt weit über den Moment der Tat hinausgehen und auch Jahre später noch traumatische Folgen haben können.

Psychische Belastung und Rassismus

Die gesellschaftliche Debatte über Rassismus ist nicht nur eine Frage der Erinnerung, sondern auch der psychischen Gesundheit. Untersuchungen zeigen, dass rassistisch markierte Personen durchgängig höhere psychische Belastungen aufweisen als nicht rassistisch markierte. Obwohl die durchschnittlichen psychischen Belastungswerte insgesamt niedrig sind, bleibt der Unterschied in der psychischen Belastung zwischen den Gruppen stabil. Besonders Frauen zeigen in allen Gruppen tendenziell höhere Belastungswerte. Dies weist darauf hin, dass Rassismus nicht nur physische, sondern auch psychische Auswirkungen hat, die oft übersehen werden.

Die Erinnerung an die Opfer von Hanau und anderen rassistisch motivierten Gewalttaten ist also nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch ein dringender Appell, die strukturellen Ursachen von Rassismus und Diskriminierung zu bekämpfen. Der Gedenktag in Celle ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Bewusstsein für diese Herausforderungen zu schärfen und einen Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen zu fördern.

Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf anf-news.com und in einem weiteren Artikel auf jungewelt.de. Eine umfassende Analyse der rassistischen Diskriminierung in Deutschland finden Sie auch im Rassismusmonitor unter rassismusmonitor.de.