Was für eine spannende Entwicklung gibt es aktuell in der Welt der Archäologie! Auf der malerischen Insel Kreta wurde ein umfassendes archäologisches komplex entdeckt, das möglicherweise den legendären Labyrinth des Minotaurus inspirierte. Diese Entdeckung fand im Juni 2024 auf der Höhe des Papoura-Hügels bei Kastelli statt, wurde jedoch jetzt erst umfassend bekannt gegeben. Der Fund war ein Glücksfall, da er während der Vorbereitungen für die Radarinstallation an einem neuen Flughafen in Heraklion gemacht wurde. Um das archäologische Erbe zu schützen, wird die ursprüngliche Planung nun überdacht, und das Radar wird an einen anderen Standort verlegt, wie Archäologie-Magazin berichtet.

Die neu entdeckte Struktur hat einen beeindruckenden Durchmesser von rund 48 bis 50 Metern und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 1.800 Quadratmetern. Sie besteht aus acht konzentrischen Steinringen, die ein labyrinthartiges Aussehen verleihen, und dies hat die Forscher in große Aufregung versetzt. Der Komplex wird als „fast labyrinthisch“ beschrieben, was die Parallelen zu den Mythen der Antike über den Minotaurus und das Labyrinth von König Minos umso aufschlussreicher erscheinen lässt, wie auch Le Point feststellt.

Minoische Geheimnisse und rituelle Nutzung

Datierungsanalysen zeigen, dass diese Ruinen aus der sogenannten mittelminoischen Zeit I-II stammen, einer Periode zwischen 2000 und 1700 v. Chr., was die Bedeutung des Fundes zusätzlich unterstreicht. Hinweise deuten darauf hin, dass die Struktur nicht für Wohnzwecke genutzt wurde, sondern vielleicht für gemeinschaftliche oder zeremonielle Zwecke diente. Bei den Ausgrabungen fanden die Archäologen eine auffallend hohe Anzahl an Tierknochen, was darauf hinweist, dass hier möglicherweise Opferrituale stattfanden, die mit Essen und Trinken verbunden waren.

Die Unikate des Fundes, die keine direkten Parallelen zu anderen minoischen Strukturen auf Kreta haben, werfen viele Fragen über die damalige Gesellschaft auf. Die gut geplante Architektur, die auf Ressourcen und organisatorische Fähigkeiten einer zentralisierten Verwaltung hinweist, lässt auf eine hochentwickelte Zivilisation schließen, die zwischen etwa 3100 und 1100 v. Chr. aufblühte.

Ein Hoch auf archäologische Entdeckungen

Die Bedeutung dieser Entdeckung wurde sogar mit dem renommierten „Palmyre“-Preis für die beste archäologische Entdeckung des Jahres 2024 gewürdigt. Dies zeigt, dass solch faszinierende Funde nicht nur das Interesse der Wissenschaftler wecken, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit auf großes Interesse stoßen. Kulturministerin Lina Mendoni äußerte sich über den Fund und die damit verbundenen Herausforderungen, betonte aber gleichzeitig die Wichtigkeit, Lösungen zu finden, um sowohl die archäologischen Forschungen abzuschließen als auch den Schutz des Denkmals zu garantieren.

Die Entdeckung der labyrinthartigen Struktur eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf die minoische Zivilisation, sondern regt auch die Fantasie an: Wer weiß, vielleicht steckt noch mehr hinter dem Mythos des Minotaurus, als wir bislang ahnten! Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Geheimnisse aus der Ära des Minos an die Oberfläche befördert werden.