Die Welt der Streamingdienste steht vor einer großen Wende, denn Netflix hat sich entschieden, sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery nicht zu erhöhen. Diese Entscheidung fiel in Anbetracht der Einschätzung, dass die Transaktion nicht mehr finanziell interessant ist. Der Streaming-Riese hatte bereits ein Angebot abgegeben, das bei 27,75 Dollar pro Aktie lag, was eine Gesamtsumme von etwa 82,7 Milliarden Dollar inklusive Schulden bedeutet. Der Vorstand von Warner Bros. qualifizierte das Angebot von Paramount Skydance unterdessen als „überlegen“ und forderte das Unternehmen zu einer neuen Offerte auf, was die Konkurrenzsituation verschärft hat. Laut Ledevoir wird Paramount Skydance seine Offerte auf 31 Dollar pro Aktie erhöhen.
Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Netflix zögert. Die Situation ist komplex, denn Warner Bros. Discovery plant, eine überarbeitete Offerte von Paramount Skydance zu prüfen. Sollte diese als überlegen eingestuft werden, hätte Netflix vier Tage Zeit, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Paramount Skydance hat auch eine Ausstiegsklausel von 7 Milliarden Dollar vorgesehen, falls regulatorische Hürden den Deal verhindern. Warner Bros. hat bereits angekündigt, Gespräche mit Paramount Skydance fortzusetzen, während die zukünftige Entscheidung über die Übernahme noch ungewiss bleibt.
Ein Blick auf die Finanzlage
Die Gesamtbewertung von Warner Bros. Discovery, inklusive seiner Schulden, liegt bei rund 110 Milliarden Dollar. Dieser hohe Betrag stellt für Netflix eine enorme Herausforderung dar, besonders wenn man die Bedenken hinsichtlich der Marktanteile und der möglichen Verletzung von Antitrust-Gesetzen in den USA und Europa betrachtet. CBS News berichtet, dass Paramount Skydance Netflix’s Angebot bereits als potenziellen Verstoß gegen die Wettbewerbsgesetze in den USA interpretiert.
Für Netflix geht es nicht nur um den Preis, sondern auch um die strategische Ausrichtung: Das Unternehmen zielt darauf ab, Rechte an beliebten Marken wie „Game of Thrones“, „DC Comics“ sowie „Harry Potter“ zu sichern. Der Co-CEO von Netflix, Ted Sarandos, sieht hierin die Möglichkeit, das Geschichtenerzählen neu zu gestalten, während Warner Bros. CEO David Zaslav von einer vielversprechenden Union im Storytelling spricht. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen: Star-Regisseur James Cameron bezeichnete die potenzielle Übernahme als „Katastrophe“ und warnte davor, welche Auswirkungen dies auf die Kreativbranche haben könnte.
Kommende Entscheidungen und Regulierungen
Die verbleibende Unsicherheit wird durch die bald anstehende außerordentliche Hauptversammlung am 20. März 2026 erhöht, in der die Aktionäre über die weitere Vorgehensweise entscheiden müssen. Die Entscheidung, die bereits weitreichende Auswirkungen auf den Streaming-Markt hat, könnte sich außerdem bis ins dritte Quartal 2026 hinziehen, bevor ein Abschluss der Transaktion zu erwarten ist, berichtet Tagesschau.
Bisher hält der Vorstand von Warner Bros. Discovery das Abkommen mit Netflix für weiterhin in Kraft und empfiehlt dessen Annahme. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Netflix umdenken wird, oder ob es der Konkurrenz von Paramount Skydance gelingt, die Übernahme von Warner Bros. Discovery zu realisieren.