In einem überraschenden Statement hat der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa am Montagabend eine baldige Mitgliedschaft Syriens in den Abraham-Abkommen und die Normalisierung der Beziehungen zu Israel ausgeschlossen. Der Grund für seine ablehnende Haltung liegt in der unterschiedlichen Situation Syriens im Vergleich zu den Ländern, die den Abkommen bereits beigetreten sind. Insbesondere die Besetzung des Golan durch Israel spielt eine entscheidende Rolle in seiner Argumentation, wie i24news berichtet.

Selbst wenn Al-Sharaa dem Thema der direkten Verhandlungen offen gegenübersteht, macht er klar, dass dies „zu diesem Zeitpunkt“ nicht stattfinden wird. Besonders bemerkenswert ist seine Andeutung, dass eine mögliche Vermittlung durch Donald Trump denkbar wäre. Trump selbst hatte in einem jüngsten Treffen mit Al-Sharaa und weiteren Vertretern der syrischen Regierung, darunter Außenminister Assad al-Chibani, sein Interesse an Syriens Prosperität bekundet und lobte Al-Sharaa für seine bemerkenswerten Fähigkeiten, trotz seiner Vergangenheit bei Al-Qaida, die er jedoch als „Thema der Vergangenheit“ bezeichnete.

Abraham-Abkommen: Eine schwierige Geschichte

Die Abraham-Abkommen, die am 15. September 2020 unterzeichnet wurden, markieren die erste Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten seit den Friedensverträgen mit Ägypten und Jordanien. Mit dem Beitritt Marokkos im Dezember 2020 und Sudans im Januar 2021 erhoffte man sich eine breitere Akzeptanz der Abkommen in der arabischen Welt. Doch der Konflikt und die politischen Schwierigkeiten, besonders im Sudan, haben die Situation erschwert, wie DW beschreibt.

Die Streitigkeiten im Nahen Osten sind jedoch komplexer geworden. Besonders die jüngsten von der Hamas verübten Terroranschläge führten zu einer dramatischen eskalation, die den Sicherheitsdiskurs in der Region noch einmal stark beeinflusste und viele Staaten erneut zögern ließ, enge Beziehungen zu Israel zu knüpfen.

Syriens künftige Rolle

Trotz der gegenwärtigen Bedenken über eine Mitgliedschaft in den Abraham-Abkommen hat Syrien eine neue Rolle in der internationalen Arena eingenommen. Während seines Besuches in Washington kündigte das Land seine Mitgliedschaft in der internationalen Koalition gegen Daesh an und wurde damit das 90. Mitglied dieser Allianz. Dies zeigt, dass Syrien sich zunehmend als Akteur in regionalen Angelegenheiten positioniert, was durch die Wiedereröffnung der syrischen Botschaft in Washington und die Aufhebung wirtschaftlicher Beschränkungen unterstützt wird.

Ihre Fähigkeit, die künftige Politik zu beeinflussen, hängt jedoch stark von der weiteren Entwicklung in der Region ab. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sprach kürzlich mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu über Sicherheitsabkommen, die möglicherweise einen Druck auf Damaskus ausüben könnten, um die Normalisierung der Beziehungen zu erleichtern, so Berichte von i24news. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich diese Dynamiken auf die geopolitische Landschaft im Nahen Osten auswirken werden.