Was tut sich in der Welt der Gesundheit und der sozialen Gerechtigkeit? Aktuelle Berichte machen deutlich, dass soziale Ungleichheiten nach wie vor gravierende Auswirkungen auf die Lebenserwartung und die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung haben. Laut Mr. Mondialisation liegt das Lebensalter, in dem die Menschen in Frankreich auf die Welt kommen, im Schnitt ganze 13 Jahre auseinander, abhängig davon, ob sie zu den Reichen oder zu den Armen zählen. Diese Kluft ist seit den 1970er Jahren konstant geblieben und zeigt, wie eng soziale Schichten mit gesundheitlichen Chancen verknüpft sind.

Eine Studie von Insee zwischen 2012 und 2016 stellte fest, dass die Lebenserwartung beim reichsten Fünftel der Bevölkerung 84,4 Jahre beträgt. Im krassen Gegensatz dazu liegt sie bei den ärmsten 5 Prozent bei nur 71,7 Jahren. Besonders alarmierend ist, dass 25 Prozent der ärmsten Französinnen und Franzosen vor dem 62. Lebensjahr sterben; während bei den Reichen nur 5 Prozent betroffen sind. Dies deutet darauf hin, dass das Wohlstandsniveau maßgeblich Einfluss auf die Gesundheit hat.

Gesundheitsmerkmale und Risikofaktoren

Wie sieht es mit den Krankheitsrisiken aus? Die Studie zeigt, dass die ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung 3,5-mal häufiger an Diabetes erkranken als die reichsten 10 Prozent. Zudem führt eine monatliche Einkommenssteigerung von 100 Euro zu einer erhöhten Lebenserwartung von 0,9 Jahren bei Männern und 0,7 Jahren bei Frauen, wenn das monatliche Einkommen bei etwa 1000 Euro liegt. Sobald das Einkommen auf etwa 2000 Euro steigt, verringert sich der Effekt auf 0,3 Jahre für Männer und 0,2 Jahre für Frauen.

Diese Unterschiede sind nicht nur eine Frage des Geldes. Auch der Lebensstil spielt eine Rolle. So haben Menschen mit geringerem Bildungsgrad und aus ärmeren Verhältnissen eine höhere Wahrscheinlichkeit zu rauchen. Fast 10 Prozent der ärmsten Haushalte verzichten aus finanziellen Gründen auf medizinische Behandlungen. Dagegen gibt es eine Anpassung der öffentlichen Gesundheitsausgaben, die jedoch immer wieder hinter den Bedürfnissen der Bevölkerung zurückbleiben. Im Jahr 2023 wurde ein Budget von 60 Millionen Euro bereitgestellt, um gegen Ernährungsarmut vorzugehen, während gleichzeitig die Mittel für Gesundheitsinitiativen verringert wurden.

Essen und Lebenserwartung

Wussten Sie, dass 9,1 Millionen Französinnen und Franzosen unter Ernährungsunsicherheit leiden? Das entspricht 14,4 Prozent der Bevölkerung. Der Anteil der Menschen, die auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, hat sich zwischen 2009 und 2019 sogar verdoppelt. Diese Tendenz hat sich durch die COVID-19-Pandemie weiter verschärft und zeigt, wie zerbrechlich die Situation vieler Menschen tatsächlich ist.

Dass es sich hier nicht nur um ein französisches Phänomen handelt, stellt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation fest. Sie zeigt, dass soziale Unterschiede in der Gesundheit global präsent sind und dazu führen, dass Menschen in Ländern mit der höchsten Lebenserwartung im Durchschnitt 33 Jahre länger leben als in Ländern mit der niedrigsten. Auch hier wird deutlich, dass der Geburts- und Lebensort entscheidend für die gesundheitliche Situation ist.

Laut Tedros Adhanom Ghebreyesus, dem Generaldirektor der WHO, müssen wir diese Ungleichheiten bekämpfen, um ein gesünderes Leben für alle zu gewährleisten. Die WHO ruft zu kollektiver Aktion auf, um soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten zu verringern, insbesondere durch Investitionen in soziale Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen.

In einem Zeitalter, in dem gesundheitliche Chancengleichheit mehr denn je gefordert ist, bleibt zu hoffen, dass diese Botschaften Gehör finden und endlich die notwendige Veränderung in den politischen Entscheidungen bewirken.