In der Gemeinde Emtinghausen im Landkreis Verden wurde am 12. November 2025 der erste Ausbruch der Vogelgrippe registriert. Betroffen ist ein Gänsemastbetrieb, in dem rund 2.200 Gänse gehalten werden. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, entschieden die Behörden, die erkrankten Tiere abzutöten. Die Situation ist ernst, denn im gesamten Landkreis Verden gibt es etwa 300 Geflügelhaltungen mit insgesamt rund 11.600 Tieren. Diese Zahlen sind alarmierend, bedenkt man, dass in den benachbarten Landkreisen Diepholz und Nienburg bereits Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet wurden, die ebenfalls Ein- und Ausfuhrverbote für Vögel beinhalten.
Wie NDR berichtet, ist der Ausbruch nicht der erste seiner Art in der Region. Im Landkreis Cloppenburg, der als Hauptschwerpunkt der Epidemie gilt, wurden etwa 20 Geflügelbetriebe seit dem 15. Oktober betroffen. Hier mussten insgesamt 209.000 Puten sowie 5.300 Enten getötet werden, während die betroffenen Betriebe eine erstaunliche Anzahl von 2.257 Geflügelhaltungen beherbergen. Für die Gänsemastbetriebe in Niedersachsen ist das eine schwierige Zeit, denn seit Mitte Oktober haben knapp 950.000 Tiere den Tod gefunden – sei es durch das Virus oder die präventiven Maßnahmen.
Besondere Maßnahmen und Ausnahmeregelungen
In Reaktion auf die gefährliche Lage haben die Behörden auch Ausnahmeregelungen erlassen. Dies betrifft insbesondere die Tötung kranker Kraniche in den Landkreisen Stade und Verden. Diese Regelungen gelten bis Ende Dezember 2025 für Verden und bis Ende Januar 2026 für Stade. Außerdem erließ der Landkreis Heidekreis eine Allgemeinverfügung, die das Eingreifen bei Wildvögeln mit Symptomen regelt, wobei die Tötung nur mit vorheriger Genehmigung erlaubt ist.
Ein weiteres alarmierendes Zeichen ist die Entdeckung von vier toten Schwänen im Landkreis Celle, die ebenfalls mit Verdacht auf Vogelgrippe gefunden wurden. In der Gesamtheit sind über 50 Ausbrüche in verschiedenen Geflügelbetrieben seit Oktober zu verzeichnen. Der Virus verbreitet sich möglicherweise durch verunreinigtes Schuhwerk, Gerätschaften und eventuell auch durch Aerosole, wobei er für Menschen als eher ungefährlich gilt, jedoch von ihnen weiterverbreitet werden kann.
Kritik an der Tierseuchenpolitik
Die steigenden Zahlen und die rasant steigende Verbreitung des Virus rufen auch Kritiker auf den Plan. Besonders die Landesbeauftragte für Tierschutz äußert Bedenken zur Massentierhaltung und zur aktuellen Tierseuchenpolitik. Ein Appell kommt auch in Richtung der Tierhalter: Die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen ist unerlässlich, um einen weiteren Ausbruch zu verhindern. Zudem bereiten sich Zoos und andere Einrichtungen auf mögliche Einschränkungen vor, was das Schutzkonzept für Wildtiere angeht.
Es ist liegen also zahlreiche Herausforderungen vor der Landwirtschaft in Niedersachsen, und die kommenden Wochen könnten entscheidend sein. Halten wir alle die Augen offen und unterstützen wir unsere Landwirte in dieser kritischen Zeit. Aber es bleibt auch ein gewisses Maß an Hoffnung, dass die beteiligten Behörden die Situation bald unter Kontrolle bringen können und dass das Virus nicht weiter um sich greift. Schaut man auf die bevorstehenden Monate, so bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen.