Im Oldenburger Münsterland stehen bedeutende Änderungen in der Krankenhauslandschaft ins Haus. Am 27. Juni 2025 müssen die örtlichen Krankenhäuser in Cloppenburg, Damme, Lohne und Vechta bis zum Montag Leistungsgruppen beim Land beantragen. Diese sollen ab 2027 gelten. Wie NWZonline berichtet, bezeichnete Ulrich Pelster, Vorstandsvorsitzender der Schwester-Euthymia-Stiftung, die bevorstehenden Reformen als „fundamentalen Akt“ für die medizinische Versorgung der Region.

Die Zielsetzung der Reform ist klar: Die Anzahl der Krankenhäuser soll reduziert und die versorgungsintensiven Leistungen gebündelt werden, um die Behandlungsqualität nachhaltig zu verbessern. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurde ein regionales Versorgungskonzept entwickelt, das darauf abzielt, die Gesundheitsversorgung langfristig zu prägen.

Ein neues Versorgungskonzept

Die Grundversorgung in Bereichen wie Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie, Geriatrie und Geburtshilfe soll an allen vier Kliniken aufrechterhalten werden. Die Notfallversorgung für Herzinfarkt- und Schlaganfall-Patienten sowie Unfallopfer bleibt ebenfalls sichergestellt. In Cloppenburg liegt der Fokus zukünftig auf der Gefäßmedizin, wobei ein Antrag auf eine „Stroke Unit“ für Schlaganfallpatienten angestrebt wird. Zudem plant das Cloppenburger Krankenhaus, Teile der Urologie vom Löninger Krankenhaus zu übernehmen und die Endoprothetik in Cloppenburg und Damme zu konzentrieren – dies ist jedoch an den Bau des Zentralkrankenhauses in Vechta gebunden.

Besonders auffällig ist das Umdenken, das die Reform erfordert. Künftig werden Fallmengen und Leistungsgruppen entscheidend sein, während die Anzahl der Planbetten an Bedeutung verliert. Daher steht auch die Zusammenlegung der Kliniken in Vechta und Lohne auf der Agenda. Die Umsetzung des neuen Konzeptes hängt stark von den Bauvorhaben in Cloppenburg und Damme ab, die als Voraussetzung für eine erfolgreiche Reform definiert wurden.

Reaktionen auf die Reform

Die verantwortlichen Ärztlichen Direktoren zeigen sich optimistisch, dass der Weg in Hannover anerkannt wird. Eine Entscheidung des Landes über die beantragten Leistungsgruppen wird vor Herbst 2026 erwartet. Natürlich könnte es zu Diskussionen über die Fallmengen kommen, die die einzelnen Häuser übernehmen wollen. Die Weiterbildung der Ärzte wird sich ändern, da das medizinische Angebot an bestimmten Standorten eingeschränkt werden könnte. Ohne einen starken Verbund könnte es für individuelle Kliniken schwierig werden, die medizinischen Leistungen aufrechtzuerhalten.

Ein weiterer Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist die neue Krankenhausplanung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, die am 1. April 2025 in Kraft tritt. Diese Planung zielt darauf ab, die Strukturveränderungen in der Krankenhauslandschaft zu gestalten und die Versorgungsqualität sowie Notfallversorgung sicherzustellen. Rund 2,5 Milliarden Euro stehen für die Umsetzung dieser Planung bereit, um Doppel- und Mehrfachvorhaltungen abzubauen und den Wettbewerb um Fallzahlen und Personal zu reduzieren. Bereits erste Förderbescheide in Höhe von 409 Millionen Euro wurden an acht Krankenhäuser verteilt, wobei in den kommenden Jahren weitere 2,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden.

Wie Land NRW dokumentiert, sehen die neuen Pläne auch die Genehmigung von Anträgen für bestimmte Leistungsgruppen vor. Beispielsweise gab es bei der Endoprothetik von Knie- und Hüftoperationen teils erhebliche Rückgänge bei den Zuweisungen. Die psychiatrische und psychosomatische Versorgung zog jedoch teils positives Feedback nach sich.

In dieser Übergangsphase von der alten zur neuen Planung liegt die Hoffnung, dass die medizinische Versorgung in der Region nicht nur stabil bleibt, sondern sich auch verbessert. Für die Bevölkerung des Oldenburger Münsterlandes liegt somit viel auf dem Spiel – und die Vorbereitungen für die bevorstehenden Veränderungen müssen zügig und gut durchdacht angegangen werden.