Der geplante Windpark im Eleonorenwald sorgt für Aufregung in der Region. Aktuell sind bereits über 60 Widersprüche gegen die genehmigte Errichtung von 36 Windkraftanlagen beim Landkreis Emsland eingegangen. Die Frist für Widersprüche endet am 2. März 2026. Dabei hat auch der Nabu Friesoythe Einwände geäußert und fordert eine erneute Prüfung des Projekts, das das ökologisch wertvolle Naherholungsgebiet betreffen würde. Diese Bedenken betreffen vor allem die möglichen Beeinträchtigungen für geschützte Arten sowie negative Effekte auf das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion des Gebiets. Der Nabu äußert zudem Zweifel an der Durchführung naturschutzrechtlicher Prüfungen, einschließlich Fragen des Lärmschutzes, wie nwzonline.de berichtet.

Währenddessen hat die Stadt Friesoythe, die im Rahmen des Bauleitplanverfahrens bereits Bedenken gegen das Projekt geäußert hat, entschieden, keinen Widerspruch gegen die Baugenehmigung einzulegen. Dies wird damit begründet, dass die rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, da das Projekt im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Emsland liegt. Die Stadtverwaltung teilt zwar die Sorgen der Bevölkerung, sieht aber keine Handhabe, um aktiv zu werden.

Politische Reaktionen

In einer Stellungnahme vom 6. Februar 2026 forderten die CDU/FDP-Fraktion im Friesoyther Stadtrat sowie der CDU-Stadtverband, dass die Stadt bis zum 15. Februar einen Widerspruch gegen den Genehmigungsbescheid einlegt. Führende Mitglieder wie Lukas Reinken, Fraktionsvorsitzender, und Fabian Rolfes, Ortsvorsteher Neuvrees, sind der Meinung, dass trotz der Unterstützung für erneuerbare Energien Rodungen im Eleonorenwald nicht akzeptabel seien. Dies verdeutlicht, wie weitreichend die Bedenken bezüglich des Verlusts wertvoller Waldflächen und der Lebensqualität in den betroffenen Ortschaften sind. Bereits Anfang 2025 äußerte die CDU grundsätzliche Kritik am Vorhaben, und im Jahr 2023 hatte der Stadtrat einstimmig gegen die Ausweisung von Windenergieflächen im Eleonorenwald gestimmt, wie auf cdu-friesoythe.de dokumentiert ist.

Die Genehmigungslandschaft für Windkraftanlagen in Deutschland ist jedoch nicht ohne Tücken. Wie die Deutsche Windindustrie erläutert, verzögern sich Genehmigungen häufig durch komplexe Prozesse auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Hinzu kommen langwierige Umweltprüfungen und fragmentierte Zuständigkeiten, die die Planung und Umsetzung von Projekten erschweren. Eine Analyse von deutsche-windindustrie.de zeigt, dass ineffiziente Informationsflüsse und eine unzureichende Digitalisierung als grundlegende Probleme identifiziert werden müssen.

Der Windpark im Eleonorenwald steht somit nicht nur symbolisch für den Konflikt zwischen erneuerbarer Energiegewinnung und Naturschutz, sondern verdeutlicht auch die Herausforderungen, vor denen Gemeinden und politische Entscheidungsträger in Bezug auf nachhaltige Entwicklung stehen. Der geplante Windpark bietet eine Gelegenheit, über verantwortungsvolle und ausgewogene Lösungen für die Energiewende nachzudenken, während gleichzeitig die Belange der Natur und der Bevölkerung Berücksichtigung finden müssen.