Im Eleonorenwald, einem ökologisch wertvollen Naherholungsgebiet im Landkreis Emsland, brodelt es. Der geplante Windpark sorgt für hitzige Debatten und zahlreiche Widersprüche. Bis zum 2. März sind bereits 60 Widersprüche gegen die Genehmigung eingegangen, die am 17. Dezember 2025 erteilt wurde. Der Nabu Friesoythe hat ebenfalls Widerspruch eingelegt und fordert eine erneute Prüfung des Projekts. Die Umweltschützer kritisieren die erheblichen Beeinträchtigungen für geschützte Arten und das Landschaftsbild sowie die Auswirkungen auf die Erholungsfunktion des Waldes. Insbesondere bestehen Zweifel an der Durchführung naturschutzrechtlicher Prüfungen, die für den Artenschutz und die Lärmminderung erforderlich sind.

Die Stadt Friesoythe hat sich bereits während des Bauleitplanverfahrens gegen die Planung ausgesprochen, wird jedoch keinen Widerspruch gegen die Baugenehmigung einlegen. Die Stadtverwaltung betont, dass die rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, da das Projekt im Gebiet des Landkreises Emsland liegt. Auch wenn die Sorgen der Bevölkerung geteilt werden, sieht die Stadtverwaltung keine Handlungsoptionen mehr. Das Landesraumordnungsprogramm Niedersachsen erlaubt Windkraftanlagen in Wäldern, was die Situation zusätzlich kompliziert.

Politische Reaktionen und Fristen

Vor dem Hintergrund der Bedenken hat die CDU/FDP-Fraktion im Friesoyther Stadtrat am 6. Februar 2026 die Stadt aufgefordert, bis zum 15. Februar einen Widerspruch gegen den Genehmigungsbescheid einzureichen. Dies geschah auf Initiative von Personen wie Lukas Reinken, dem Fraktionsvorsitzenden, sowie den Ortsvorstehern Fabian Rolfes und Christoph Böhmann. Die CDU befürwortet grundsätzlich erneuerbare Energien, lehnt jedoch die Rodung von Waldflächen im Eleonorenwald ab, die als Verlust wertvoller Flächen und als Bedrohung für die Lebensqualität in der Region gesehen wird.

In der politischen Diskussion wurde bereits Anfang 2025 grundsätzliche Kritik am Windparkvorhaben geübt. Der Stadtrat hat sich 2023 über Parteigrenzen hinweg gegen die Ausweisung von Windenergieflächen im Eleonorenwald ausgesprochen. Diese Entwicklung zeigt, wie lokal verwurzelte Bedenken gegen die Windkraftnutzung und den Verlust von Naturflächen aufeinanderprallen.

Herausforderungen im Genehmigungsprozess

Die Genehmigungslandschaft für Windkraftanlagen in Deutschland ist komplex und wird durch mehrschichtige Verfahren auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene geprägt. Diese Komplexität führt oft zu Verzögerungen, die sich aus überschneidenden Zuständigkeiten, langwierigen Umweltprüfungen und komplexen Artenschutzpflichten ergeben. Die politischen Entscheidungsträger haben bereits erkannt, dass eine Reform notwendig ist, um die Genehmigungsprozesse zu beschleunigen.

Vorgeschlagene Lösungen umfassen verbindliche Fristen und die Einführung eines zentralen Falltrackings. Auch die Digitalisierung der Verfahren wird als entscheidend angesehen, um die administrativen Engpässe zu beseitigen. Die öffentliche Beteiligung im Planungsrecht ist wichtig, jedoch hängt ihre Wirksamkeit stark von der Qualität der bereitgestellten Informationen ab. Damit die Windkraftprojekte nicht nur auf dem Papier existieren, sondern auch schnell und effizient umgesetzt werden, sind klare Richtlinien und eine gestraffte Koordination unerlässlich.

Die aktuellen Entwicklungen im Eleonorenwald verdeutlichen die Herausforderungen, die mit der Umsetzung von Windkraftprojekten verbunden sind. Der Widerstand vor Ort ist nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern spiegelt auch tiefere gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedenken wider. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein für die Zukunft des Windparks und die damit verbundenen Umweltfragen.