In Cuxhaven hat ein Vorfall vor einem Obdachlosenheim für Aufsehen gesorgt: Am 29. November 2025 kam es zu einem handfesten Streit zwischen zwei Männern, der letztlich Polizeieinsatz erforderte. Laut CNV Medien intervenierte die Polizei gegen 13 Uhr, als sie gerufen wurde, um eine körperliche Auseinandersetzung zu schlichten. Bei den Kontrahenten handelt es sich um einen 46-jährigen Mann ohne feste Wohnanschrift und einen 49-jährigen Cuxhavener. Der Streit mündete in verbale und physische Aggressionen, was die Beamten dazu veranlasste, den jüngeren der beiden in Verhinderungsgewahrsam zu nehmen.
Besonders besorgniserregend ist, dass solche Vorfälle nicht nur in Cuxhaven, sondern auch in anderen Städten vermehrt auftreten. In Marburg beispielsweise, wie Hessenschau berichtet, warnen Sozialarbeiter vor einer zunehmend gewalttätigen Gesellschaft. Die Fälle von Angriffen auf Obdachlose haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen, was sich in einem Anstieg der registrierten Straftaten widerspiegelt.
Ein alarmierender Trend
Laut dem Bundesinnenministerium haben sich die Straftaten gegen Menschen mit dem „Opfermerkmal Obdachlosigkeit“ von 1.560 Fällen im Jahr 2018 auf 2.122 im Jahr 2022 erhöht. Diese besorgniserregenden Zahlen decken sich mit Beobachtungen aus Städten wie Wiesbaden und Frankfurt, wo aggressive Übergriffe auf Obdachlose zunehmen. Auch das Landeskriminalamt in Wiesbaden registriert einen signifikanten Anstieg, wobei bis Anfang 2025 bereits mittlere zweistellige Zahlen von Angriffen gemeldet wurden.
Ein Beispiel für die Gewalt ist der Fall von Nick, einem 33-jährigen Obdachlosen in Marburg, der während eines Nachtschlafs mit seinem Hund in einem Zelt angegriffen wurde. Er berichtete von Böllern, die in seine Richtung geworfen wurden. Solche Angriffe sind nicht nur für die Betroffenen traumatisch, sondern führen auch dazu, dass viele Obdachlose in ständiger Angst leben.
Gesellschaftliche Verantwortung
Die ansteigenden Täterzahlen und die brutalen Angriffe bringen Sozialarbeiter dazu, eine klaren Appell an die Öffentlichkeit abzusetzen: Es braucht mehr Wachsamkeit und ein stärkeres Bewusstsein für die Situation der Obdachlosen. Jens Schneider, ein engagierter Sozialarbeiter, bezeichnet die Umstände, unter denen Obdachlose leben müssen, als „unerträglich“. Oft trauen sich die Betroffenen nicht, Anzeige zu erstatten, aus Angst, schlimmer behandelt zu werden, oder weil sie schlichtweg nicht das Vertrauen in die Behörden haben.
Insgesamt ist die Lage für Obdachlose in Deutschland, so zeigt es die vermehrte Gewalt und die steigenden Zahlen, wirklich besorgniserregend. Die Politik wird gefordert, hier aktiver einzugreifen und Schutz für diese vulnerablen Gruppen zu gewährleisten. So wie die Zahlen zeigen, muss jeder zusehen und handeln, wenn es um den Schutz der Schwächsten unserer Gesellschaft geht. Der Vorfall in Cuxhaven ist nur ein weiteres Beispiel für eine Realität, mit der immer mehr Menschen konfrontiert sind.