Cuxhaven hat sich als eine zentrale Drehscheibe für die europäische Automobillogistik etabliert. Vor kurzem trafen sich rund 100 Branchenvertreter des Europäischen Verbandes für Fahrzeuglogistik in Duhnen, um über die Zukunft von Häfen, Seeverkehr und Automobillogistik zu diskutieren. Die Veranstaltung bot eine hervorragende Gelegenheit zur Vernetzung mit Kunden, Partnern und Wettbewerbern. Zu den Teilnehmern gehörten Mitglieder der Arbeitsgruppen „Qualität“ sowie „Seeverkehr und Häfen“, und Vertreter namhafter Automobilhersteller.

Die Arbeitsgruppe „Seeverkehr und Häfen“ wurde bereits 2008 gegründet und fungiert als Diskussionsplattform für Reedereien, Hafenbetreiber und Binnenschifffahrtsunternehmen. Unter dem Vorsitz von Oliver Fuhljahn, Leiter der Automobillogistik bei Rhenus Cuxport, wurden wichtige Themen erörtert, die für die Entwicklung der Branche entscheidend sind. Die Hafenrundfahrt, die organisiert wurde, ermöglichte den Teilnehmern, Arbeitsabläufe und technische Prozesse vor Ort zu besichtigen. Cuxport hat sich seit 1997 mit einer Multipurpose-Strategie krisenfest aufgestellt und plant, sich auf Onshore- und Offshore-Geschäfte zu konzentrieren, wobei die Automobillogistik ein zentraler Pfeiler bleibt.

Investitionen in die Hafeninfrastruktur

Die Bedeutung des Cuxhavener Hafens wird auch durch die massiven Investitionen unterstrichen, die in den letzten 20 Jahren insgesamt 665 Millionen Euro betrugen. Niedersachsens Hafenbetreiber, Niedersachsen Ports (NPorts), erwartet in den kommenden drei Jahren eine Steigerung der Investitionssumme auf eine Milliarde Euro. Das größte Projekt in Cuxhaven seit 2005, der Anleger für verflüssigte Gase (AVG) in Stade, wird mit 300 Millionen Euro realisiert.

Für die kommenden Jahre sind weitere Investitionen von rund 108 Millionen Euro für die Hafenentwicklung und 10,4 Millionen Euro für die Unterhaltung der Infrastruktur vorgesehen. Der Ausbau der Liegeplätze 5-7 hat bereits begonnen und wird die Kapazitäten für den Umschlag von Windkraftanlagen erheblich erhöhen. Cuxhaven soll sich dabei zu einem deutschen Offshore-Industrie-Zentrum entwickeln, was auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region fördern wird.

Die Rolle der Automobillogistik

Die Automobillogistik bleibt auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle im Cuxhavener Hafen, wie die Präsenz wichtiger Akteure wie BMW und Hyundai zeigt. Cuxport kann mehrere tausend Fahrzeuge auf der Pier umschlagen, was die Effizienz der Logistikprozesse steigert. Auch Mosolf, ein weiterer bedeutender Akteur, hat seine Importkapazitäten in Cuxhaven ausgebaut und nutzt ein neues Hinterlandterminal, das Platz für bis zu 4500 Fahrzeuge bietet.

Die Europäische Gruppe für Fertigfahrzeuglogistik (ECG), die über 200 Unternehmen vertritt, konzentriert sich auf Netzwerkbildung und den Austausch bewährter Verfahren, was für die Automobillogistik von großer Bedeutung ist. Dies zeigt, wie wichtig die Vernetzung innerhalb der Branche ist, um Herausforderungen wie den Klimawandel, die Covid-19-Pandemie und Veränderungen im Welthandel zu meistern.

Hafenstrategie für die Zukunft

Im Kontext der nationalen Hafenstrategie, die am 20. März 2024 beschlossen wurde, wird die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von See- und Binnenhäfen betont. Diese Strategie sieht vor, moderne, nachhaltige Häfen als Knotenpunkte für die Energiewende und klimaneutrale Schifffahrt zu entwickeln. Cuxhaven spielt hierbei eine Schlüsselrolle, da es sich an den Transformationsprozessen der Branche aktiv beteiligt.

Die Herausforderungen der nächsten 20 Jahre, wie in der Studie „Energiehäfen der Zukunft“ untersucht, bieten sowohl Risiken als auch Chancen. Mit rund 3.225 Menschen, die in der Region Cuxhaven direkt und indirekt hafenabhängig beschäftigt sind, bleibt der Hafen ein wichtiger Arbeitgeber und Motor für wirtschaftliche Entwicklung. Die kontinuierliche Förderung von Innovationen, wie das Forschungsprojekt zur Verbesserung der Hafenmanöver-Sicherheit und die Entwicklung innovativer Offshore-Logistik, zeigen, dass Cuxhaven bereit ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.

Für weitere Informationen zu den Entwicklungen im Cuxhavener Hafen und zur Automobillogistik können Sie die vollständigen Artikel auf CNV Medien, NPorts und BMV nachlesen.