Der Saal des Stadttheaters Cuxhaven hat heute, am 3. November 2025, eine ganz besondere Atmosphäre. Obwohl die Zuschauerränge fast leer sind, hat sich eine rund 40-köpfige Gruppe von Frauen aus der Region versammelt, um gemeinsam zu singen. Viele von ihnen haben Jahrzehnte nicht mehr im Chor gesungen, und die Aufregung ist spürbar. In einer Stunde wird ein Schulchor vom Amandus-Abendroth-Gymnasium dazustoßen, wodurch sich die Dynamik im Raum weiter verändern wird. Mathias Christian Kosel, musikalischer Leiter des Mare-Musik-Festivals, führt die Probe mit einem klaren Fokus auf gemeinsames Erleben und Lernen.

Kosel lässt die Sängerinnen ohne Noten einsingen, um ein Gefühl für den Raum und das Körperbewusstsein zu entwickeln. „Wir arbeiten mit dem, was vorhanden ist“, erklärt Kosel, der Wert auf eine offene und wertfreie Atmosphäre legt. Dies ist das erste große Treffen für das Carmina-Burana-Projekt, das für den Sommer 2025 geplant ist. Am Vortag fand bereits ein Termin in der Kugelbake-Halle statt. In diesem Rahmen wird Cuxhaven als Produktionsort für dieses ambitionierte Projekt etabliert.

Gemeinschaft und Energie

Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Gemeinschaft, die hier entsteht. Die Teilnehmerinnen lernen, sich gegenseitig zu hören und flexibel im Tempo zu bleiben. Das gilt nicht nur für die neuen Sängerinnen, die sich nach längerer Pause wieder dem Gesang widmen, sondern auch für die Schüler des Schulchores, die bald hinzukommen werden. Nach nur einer Stunde Probe kann Kosel bereits eine harmonische Mischung der Stimmen verzeichnen, die den Raum mit Leben erfüllt.

Das Projekt wird nicht als ein fertiges Theaterformat präsentiert, sondern entwickelt sich gemeinsam mit den Stimmen und den Biografien der Teilnehmer. Einige Sängerinnen berichten, dass sie sich nach langer Zeit wieder akzeptiert fühlen, was die Bedeutung solcher Initiativen für die Musik-Community unterstreicht.

Ein Blick auf die Zukunft

Die Vorfreude auf die Aufführung im Sommer 2025 ist groß. Stimmliche Erfahrungen der Sängerinnen und eine kreative Zusammenarbeit sollen in eine beeindruckende Aufführung münden. „Es ist ein Erlebnis, das wir zusammen schaffen“, hebt Kosel hervor. Die Energie und das Engagement der Teilnehmer sind spürbar und lassen erahnen, dass da etwas Großes entsteht.

Während in Cuxhaven die Vorbereitungen für „Carmina Burana“ auf Hochtouren laufen, stehen auch in anderen Städten spannende Veranstaltungen an. Am 4. November 2025 sind zahlreiche offene Proben sowie Konzerte im ganzen Land geplant. So wird beispielsweise die Gospel Kids Probe in Lingenfeld und ein Konzert in Berlin stattfinden, was zeigt, wie lebendig die Chorszene derzeit ist. Auch der Austausch von Stimmen und Stilen wird in den kommenden Tagen vielfältig gefördert, was ein weiteres Zeichen für die Gemeinschaft in der Musikszene ist. Chordates berichtet über die reichen musikalischen Angebote, die am Dienstag zudem stattfinden, darunter offene Proben und Konzerte in anderen Städten.

Das Engagement und die Begeisterung der Teilnehmerinnen in Cuxhaven sind ein wunderbarer Ausdruck der Kraft der Musik, die Menschen unabhängig von ihren Erfahrungen zusammenbringen kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Carmina-Burana-Projekt weiterentwickelt und welche Geschichten aus dieser musikalischen Reise hervorgehen werden.