Nach vielen Jahren finanzieller Engpässe gibt es endlich positive Nachrichten aus der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. In einer Sitzung wurde jüngst der Haushalt beschlossen, der erstmals seit geraumer Zeit mit einem Überschuss aufwartet. Mit einem Gesamtvolumen von über 33,7 Millionen Euro hat die Gemeinde einen Überschuss von rund einer Million Euro erzielt, was Bürgermeister Bernd Bormann erfreut kommentiert: „Diese Entwicklung ist ein Lichtblick für uns alle.“ Kreiszeitung berichtet darüber, dass dieser positive Trend vor allem durch höhere Steuereinnahmen und gesteigerte Zuschüsse von Bund und Land ermöglicht wurde.
Die 17 Millionen Euro, die für Personalkosten eingeplant sind, bieten zwar einen großen Ausgabenblock, dennoch ist die Sanierung der Grundschule mit rund 3 Millionen Euro von erheblicher Bedeutung für die Gemeinde. Während Fraktionen wie die Grünen betonen, dass auch Klimaschutzmaßnahmen im Haushalt berücksichtigt werden, gibt es dennoch kritische Stimmen: Der SPD-Fraktionschef Jens Grimpe warnt, dass trotz des Überschusses kein Grund zur Entspannung besteht. CDU-Fraktionsmitglied Torben Garbers äußert Bedenken bei der Umsetzung von Einsparungen zur Haushaltsentlastung.
Ein Blick auf die kommenden Jahre
Im Kontrast zu den erfreulichen Nachrichten über den aktuellen Haushalt steht die Sorge um die Finanzierung in den kommenden Jahren. Der Haushaltsplan wurde für 2023 verabschiedet, jedoch mit vier Gegenstimmen, und prognostizierte ein Minus von 707.700 Euro. Auch der Ausblick auf die nächsten Jahre ist nicht rosig. Weser-Kurier zitiert die voraussichtlichen Überschüsse und Defizite für 2025 bis 2027, die trotz positiver Tendenzen im Jahr 2024 wieder negativ werden könnten.
Bürgermeister Bormann äußert Besorgnis über die Notwendigkeit, Kredite in Höhe von 7 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027 aufzunehmen, was die Gesamtschuldensumme potenziell auf 20 Millionen Euro erhöhen könnte. Die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen ist stark gefährdet, vor allem im Hinblick auf die wachsenden Sozialausgaben und die allgemeine Inflation, wie auch der „Kommunale Finanzreport 2025“ zeigt. (Difu).
Ausblick und Herausforderungen
Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, mit ihren drei defizitären Schwimmbädern für 17.300 Einwohner, sieht sich Herausforderungen gegenüber, die nicht leicht zu bewältigen sind. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) fordert daher auch weiterhin einen Fokus auf Einsparungen. Fraktionslose Stimmen wie die vom ehemaligen fraktionslosen Peter Hühne, der sich für den Neubau der Grundschule Asendorf aussprach, zeigen unterschiedliche Prioritäten innerhalb der politischen Landschaft.
Dennoch bleibt der allgemeine Konsens, dass die Gemeinde ein finanzielles Polster aufbauen muss, um nicht bei externen Geldströmen abhängig zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Akteure der Samtgemeinde die kommenden Herausforderungen meistern werden, da der Weg zur finanziellen Stabilität noch lang ist.