In der Gemeinde Weyhe, genauer gesagt in Leeste, gab es am Samstagabend einen Vorfall, der die Diskussion um E-Scooter-Fahren neu entfachen könnte. Gegen 22:20 Uhr kontrollierte die Polizei einen E-Scooter-Fahrer, der deutliche Ausfallerscheinungen zeigte. Diese könnten auf eine Beeinflussung durch Betäubungsmittel hindeuten. Die Beamten zogen daraufhin eine Blutprobe des Fahrers und leiteten ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, da der Verdacht aufkam, dass er unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Dies wirft einmal mehr die Frage auf: Wie sicher sind E-Scooter wirklich?
Die Nutzung von E-Scootern wurde in Deutschland im Juli 2019 offiziell erlaubt, und seitdem sind diese kleinen Fortbewegungsmittel hoch im Kurs. Doch mit der zunehmenden Beliebtheit kommt auch ein Anstieg der Verletzungen. Eine Analyse aus einer deutschen Millionenstadt zeigt, dass auch viele Unfälle blutig enden können. Während einer Studie wurden in der Notaufnahme eines Klinikums in München zwischen Juli 2019 und April 2020 60 Patienten mit E-Scooter-Unfällen erfasst. Davon waren 34 Männer, das Durchschnittsalter betrug 34,7 Jahre, und nur einer der Betroffenen trug einen Helm.
Statistiken und Risiken der E-Scooter-Nutzung
Die häufigsten Verletzungen bei diesen Unfällen sind Kopfverletzungen, die 51,9 % der Fälle betrafen, gefolgt von Verletzungen der oberen und unteren Extremitäten. Ganze 36,7 % der Verunfallten waren zur Zeit des Unfalls unter Alkoholeinfluss. Dies ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass die E-Scooter-Fahrer in der Regel denselben Verkehrsregeln wie Fahrradfahrer folgen müssen, aber oft ohne die entsprechende Schutzausrüstung unterwegs sind.
- 60 Patienten erfasst, 34 (56,7%) Männer
- 22 Patienten (36,7%) fuhren unter Alkoholeinfluss
- 1 Person trug einen Helm
- Häufigste Verletzungen: Kopf (51,9%), obere (26,4%) und untere Extremitäten (16,7%)
- 2 Patienten (3,3%) schwer verletzt
Die Entwicklung ist nicht nur ein Programm für Deutschland. In der Schweiz stieg die Zahl der E-Trottinett-Unfälle von 194 im Jahr 2020 auf 595 im Jahr 2024. Wie eine tragische Geschichte zeigt, kann der Verzicht auf einen Helm fatale Folgen haben. Ein 30-jähriger Mann stürzte und erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Solche Fälle verdeutlichen, wie gefährlich die Nutzung von E-Scootern sein kann, vor allem wenn Fahrer sich nicht an die Verkehrsregeln halten und Alkohol konsumieren.
Gesellschaftliche Auswirkungen und Empfehlungen
E-Scooter-Fahrer sind oft unvorsichtig und verzichten auf Schutzmaßnahmen, was die Anzahl der Verletzungen in die Höhe treibt. Gesellschaftliche Kosten aufgrund dieser Unfälle, sei es durch Arbeitsausfälle, teure Behandlungen oder lange Rehabilitationszeiten, belasten nicht nur die Gesundheitssysteme, sondern auch die Betroffenen selbst.
Um dem entgegenzuwirken, wird dringend eine Einführung einer Helmpflicht empfohlen, zusammen mit Informationskampagnen zur Helmnutzung und regelmäßigen Alkoholkontrollen für E-Scooter-Fahrer. Zudem könnte die Implementierung strengere Fahrregeln umfassen, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.
Die jüngsten Vorfälle in Leeste und die statistischen Daten belegen eindrucksvoll, dass die Gefahren, die mit E-Scootern verbunden sind, nicht unterschätzt werden dürfen. Die Kombination von Alkohol, Geschwindigkeitsüberschreitungen und dem Verzicht auf Schutzausrüstung könnte schwerwiegende Konsequenzen haben. Es liegt an uns, diese Problematik ernst zu nehmen und rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen.