Im Landkreis Diepholz häufen sich die Polizeieinsätze, wie aktuelle Berichte zeigen. Am 19. Februar 2026 kam es zu mehreren Vorfällen, die sowohl Diebstahl als auch Verkehrsunfälle umfassten. Insbesondere ein räuberischer Diebstahl in einem Supermarkt in Sulingen sorgte für Aufsehen. Hierbei wurde ein 37-jähriger Mann dabei beobachtet, wie er Waren in seinen Rucksack steckte und das Geschäft ohne zu bezahlen verließ. Mitarbeiter des Marktes sprachen den Mann an und hielten ihn fest, doch dieser konnte entkommen. Die Polizei traf ihn jedoch in der Nähe an, und die entwendeten Gegenstände wurden sichergestellt. Die Ermittlungen wegen räuberischen Diebstahls laufen. Der Verdächtige wurde nach Abschluss der Maßnahmen entlassen.
Ein räuberischer Diebstahl, wie dieser in Sulingen, wird gemäß § 252 StGB definiert, wobei die Entwendung einer Sache unter Anwendung von Gewalt oder Drohung nach der Wegnahme erfolgt. Das bedeutet, dass der Täter Gewalt anwendet, um die Beute zu sichern, nicht aber zur Wegnahme selbst. Die rechtlichen Voraussetzungen für einen solchen Diebstahl sind unter anderem ein vollendeter Diebstahl sowie die Anwendung von Nötigungsmitteln, die entweder in Gewalt oder in Drohungen bestehen können. Die Strafe für einen einfachen räuberischen Diebstahl beträgt mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe. Sollte es zu schwereren Vorfällen kommen, kann die Strafe erheblich ansteigen.
Die diesjährigen Diebstahlstatistiken
Ein weiterer Vorfall, der die Polizei in Diepholz beschäftigte, war ein großer Dieseldiebstahl in Ströhen. Unbekannte Täter zapften zwischen dem 29. Januar und dem 19. Februar 2026 etwa 100 Liter Diesel aus einem Radlader auf einer Baustelle am Mindener Weg ab. Dies wirft Fragen über die Sicherheit auf Baustellen auf und verdeutlicht die Notwendigkeit, solche Vorfälle zu verhindern. Die Polizei bittet deshalb um Hinweise von Zeugen.
Zusätzlich zu den Diebstählen gab es auch zwei Verkehrsunfälle in Stuhr. In einem Fall übersah ein 23-jähriger Autofahrer, dass eine 47-jährige Fahrerin abbremsen musste. Beide Beteiligten wurden leicht verletzt, während der Sachschaden auf etwa 8.000 Euro geschätzt wird. Im anderen Unfall stürzte eine 77-jährige Pedelec-Fahrerin schwer auf dem Gehweg der Varreler Landstraße beim Bremsen. Hierbei verletzte sich die Frau schwer, was die Gefahren des Straßenverkehrs für ältere Menschen unterstreicht.
Diebstahlkriminalität im Wandel
Die jüngsten Vorfälle in Diepholz sind Teil eines größeren Trends, der in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sichtbar wird. Im Jahr 2024 wurden insgesamt rund 5,8 Millionen Straftaten registriert, wobei Diebstahlsdelikte über 1,94 Millionen Fälle ausmachten. Dies entspricht etwa einem Drittel aller Straftaten. Interessanterweise gab es einen Rückgang der Diebstahlsdelikte im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie, als diese Zahlen fast 2,5 Millionen Fälle erreichten.
Die PKS zeigt, dass die Diebstahlkriminalität im Jahr 2024 um 1,6% im Vergleich zu 2023 zurückging, jedoch immer noch über dem Niveau von 2019 liegt. Besonders auffällig ist der Rückgang von Ladendiebstählen um 5,0% und Fahrraddiebstahl um 6,9%. Technische Maßnahmen und Präventionsarbeit könnten zu diesen Rückgängen beigetragen haben. Dennoch bleibt die Aufklärungsquote für Diebstahlkriminalität mit 31,4% relativ niedrig, was darauf hinweist, dass viele Delikte im Dunkelfeld bleiben.
Die Entwicklungen der Kriminalität in Diepholz spiegeln somit nicht nur lokale, sondern auch bundesweite Trends wider. Eine kontinuierliche Analyse und Maßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten und Diebstahlsdelikte zu reduzieren. Weitere Informationen können in der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik nachgelesen werden, die am 2. April 2025 veröffentlicht wird. Weitere Details zu den Vorfällen im Landkreis finden Sie in dem Artikel von der Kreiszeitung.