Die Landwirtschaft entwickelt sich rasant weiter, insbesondere wenn es um die Energieerzeugung geht. Immer mehr Betriebe werden zu Energieerzeugern und spielen eine entscheidende Rolle in der Energiewende. So betreibt der Biogasanlagen-Pionier Bernhard Wilken aus Haren bereits seit über 20 Jahren erfolgreich eine Anlage zur Erzeugung von Biogas. Sein Kollege Helmut Schwering aus Groß Hesepe hat in den letzten 15 Jahren in die Biogasproduktion investiert, um seinen Betrieb breiter aufzustellen und nachhaltig zu diversifizieren. Diese Entwicklungen zeigen, dass Biogas nicht nur eine Energiequelle ist, sondern auch ein Weg für Landwirte, ihre Einnahmen zu stabilisieren und die Umwelt zu entlasten.
In diesem Jahr hat Schwering mit einer Gruppe von fünf weiteren Biogasanlagen eine Biomethananlage zur Aufbereitung von Rohbiogas ins Leben gerufen. Damit haben sie nicht nur einen Schritt in Richtung bessere Ressourcennutzung gemacht, sondern auch ihre Produktionsmethoden auf ein neues Level gehoben. In diesem Zusammenhang wird zurzeit verstärkt über die Nutzung von Miscanthus, auch bekannt als Elefantengras, gesprochen. Diese Pflanze hat neben der Energieproduktion auch das Potenzial, umweltfreundliche Rohstoffe für viele andere Anwendungen zu liefern.
Potential von Miscanthus
Miscanthus ist ein hohes, mehrjähriges Gras, das sich durch hervorragende Umwelteigenschaften auszeichnet. Laut Berichten wird die Pflanzenart mit einer hohen Biomasseausbeute, niedrigen Aschegehalt und einem hohen Heizwert immer beliebter. Darüber hinaus benötigt Miscanthus nur wenig Dünger und Pestizide, was es zu einer umweltfreundlichen Wahl für die Biogasproduktion macht. Auch die Bemühungen um dessen kommerzielle Nutzung stehen im Fokus von Wissenschaftlern, die die Herausforderungen für Anbau, Ernte und Verarbeitung untersuchen. Die Pflanzen können sogar in schwierigen Klimazonen gedeihen und zeigen eine hohe Stressresistenz.
Ein spannendes Projekt, das derzeit durchgeführt wird, ist das MisKaRe-Projekt. Dieses untersucht das Retentionspotenzial von Miscanthus, insbesondere in Bezug auf Oberflächenabfluss und die Speicherung von Regenwasser im Boden. Angesichts der zunehmenden extremen Wetterlagen mit häufigen Starkregen und Dürreperioden in NRW und Rheinland-Pfalz ist es von zentraler Bedeutung, die ökologischen Vorteile von Miscanthus näher zu beleuchten. Vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Pflanze in der Lage ist, den Oberflächenabfluss zu reduzieren und die Bodenqualität zu verbessern.
Biogas für die Zukunft
Die Erzeugung von Biogas bietet Landwirten zahlreiche Vorteile, darunter eine kontinuierliche Energieversorgung und die Möglichkeit, die Betriebseinnahmen zu diversifizieren. Biogas wird aus verschiedenen organischen Materialien hergestellt, darunter Pflanzenreste, Gülle und Mist. Wilken nutzt für seine Biogasanlage nicht nur eigene Materialien, sondern auch Hühnermist und Gülle von Nachbarn. Die no-waste Philosophie ist fester Bestandteil seiner Betriebsstrategie, die stark auf Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz setzt.
Zum Schluss bleibt festzuhalten, dass Biogas und insbesondere die Nutzung von Miscanthus essentiell für die zukünftige Energieproduktion und die Bekämpfung von Treibhausgasemissionen sind. Die Landwirte in der Region zeigen, dass es möglich ist, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz zu vereinen. Ein gutes Händchen haben sie auf jeden Fall bewiesen!