Am vergangenen Wochenende sorgten die BMA365 Bamberg Baskets für eine Sensation im deutschen Basketball, als sie beim BMW Top Four im Münchner SAP Garden den Pokal der Basketball-Bundesliga gewannen. Mit einem knappen 74:72-Sieg über Alba Berlin feierten die Bamberger ihren ersten Titel seit sieben Jahren. Diese Rückkehr an die Spitze des deutschen Basketballs markiert einen bemerkenswerten Erfolg für das Team, das in der Vergangenheit mit großen Herausforderungen konfrontiert war. So konnten sie zwischen 2005 und 2019 insgesamt neun Meisterschaften und fünf Pokalsiege erringen, bevor es in den letzten Jahren ruhiger um die Baskets wurde.
Der Weg ins Finale war für Bamberg alles andere als einfach. Im Halbfinale trafen sie auf den amtierenden Meister Bayern München und konnten diesen nach einer spannenden Verlängerung mit 103:97 besiegen. Überraschenderweise stellte Bamberg mit einem Etat von nur 1,46 Millionen Euro den kleinsten in der Easycredit BBL. Trotz dieser finanziellen Einschränkungen gelang es dem Team, sich stark zu präsentieren und die Erwartungen zu übertreffen. Alba Berlin hingegen setzte sich im Halbfinale klar mit 98:78 gegen die EWE Baskets Oldenburg durch.
Das spannende Finale
Das Finale selbst war von Nervosität geprägt, wobei Alba zunächst die Kontrolle über das Spiel übernahm und nach dem ersten Viertel mit 26:17 führte. Zur Halbzeit lag Alba mit 37:36 in Führung. Im dritten Viertel konnte Alba Berlin ihren Vorsprung auf 58:52 ausbauen, doch Bamberg fand im letzten Viertel zurück ins Spiel und ging in der entscheidenden Phase mit 66:62 in Führung.
Der Bamberger Spieler Demarcus Demonia, der mit 19 Punkten der beste Werfer seines Teams war, stellte 7,3 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Punkt zum 74:72 her. Für seine herausragende Leistung wurde er zudem zum besten Spieler des Final-Turniers gewählt. Malte Delow war der beste Werfer für Alba Berlin mit 17 Punkten. Bayern München war nach der Niederlage gegen Bamberg enttäuscht und gab keine weiteren Interviews. Präsident Herbert Hainer hatte den Pokalgewinn als klares Saisonziel formuliert, doch nach dem Halbfinal-Ausscheiden bleibt nur noch die deutsche Meisterschaft als realistische Titelchance für die Bayern.
Historischer Kontext und Herausforderungen
Die Geschichte der Bamberger Basketballmannschaft ist geprägt von Höhen und Tiefen. Besonders in der Spielzeit 2002/2003 sah sich der Standort Bamberg mit großen Herausforderungen konfrontiert, als um die Bundesligalizenz gebangt wurde. Der damalige Hauptsponsor kündigte zu Saisonbeginn, doch es gelang, einen neuen Sponsor zu akquirieren. Trotz der Turbulenzen erreichte Bamberg in dieser Saison den fünften Platz in der Hauptrunde und schaffte es bis ins Finale der Playoffs, wo sie jedoch aufgrund von Pech und einer dünnen Personaldecke die Meisterschaft verpassten. Diese Vizemeisterschaft sollte jedoch als Motivation für den ersten Meistertitel dienen.
Die Rückkehr zu alten Erfolgen im Pokal zeigt, dass die BMA365 Bamberg Baskets auf dem richtigen Weg sind, um wieder an die Spitze des deutschen Basketballs anzuknüpfen. Die Fans und die gesamte Region Bamberg können auf eine vielversprechende Zukunft hoffen, während das Team und Trainer Anton Gavel sich auf die Herausforderungen der kommenden Saison konzentrieren. Mehr Informationen zu diesem aufregenden Thema finden Sie in den Artikeln von NWZonline und Bild.de.