In Sillenstede wurde eine spannende Neuigkeit aus der Welt der Chormusik verkündet: Die beiden Chöre „ChoryFeen“ und „Choriosa“ haben sich zusammengeschlossen und treten nun unter dem neuen Namen „Cantabile“ auf. Mit insgesamt 47 Sängerinnen begeben sich die Chormitglieder auf eine klangvolle Reise; „Cantabile“ bedeutet auf Italienisch so viel wie „singbar“ oder „wohlklingend“, was das musikalische Engagement des Ensembles wunderbar widerspiegelt. Der neue Chor wird von Susanne Siefken betreut, die auch schon seit Jahren die beiden Vorgänger-Ensembles leitet.
Der Zusammenschluss wurde notwendig, da die „ChoryFeen“ zuletzt nur noch 15 aktive Mitglieder verzeichnen konnten und stark unter den Folgen der Corona-Pandemie litten. Der Frauenchor „Choriosa“ brachte es auf etwa 30 Sängerinnen und war stets eine wertvolle Unterstützung bei den Konzerten der „ChoryFeen“. Nach über einem Jahr gemeinsamer Proben fiel schließlich die Entscheidung zur Vereinigung der beiden Chöre.
Erstes Konzert in der St.-Florian-Kirche
Ein Highlight für alle Musikliebhaber: Das erste Konzert von „Cantabile“ findet am 21. Dezember um 19 Uhr in der St.-Florian-Kirche in Sillenstede statt. Die Proben werden donnerstags im Gemeindehaus abgehalten, und interessierte Sängerinnen können sich bei Bettina Janssen unter der Telefonnummer 0176/20227782 melden, um Teil dieses neu formierten Chores zu werden.
Chormusik im Wandel
Die Herausforderungen für Chöre sind jedoch nicht nur lokal, sondern betreffen viele Ensembles im deutschsprachigen Raum. Eine umfassende Studie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, unterstützt durch mehr als 4.300 Chöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, dokumentiert die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Chorarbeit. In der ersten Erhebungswelle von 2021 gaben über 20 Prozent der befragten Chöre an, dass sie nicht proben. Diese Trends führten dazu, dass jeder fünfte Chor an der Existenzgrenze steht. Die Studie, die unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Kathrin Schlemmer stehen, legt auch nahe, dass im Nachwuchsbereich ein massiver Wiederaufbau nötig ist, da weniger Kinder und Jugendliche in diesen kreativen Bereich geworben werden konnten. Weitere Ergebnisse wurden in der Mai-Ausgabe der „neuen musikzeitung“ veröffentlicht und zeigen konkrete Förderbedarfe der Chöre.
Die Rückmeldungen zur Umfrage zeigen zudem, dass der positive Effekt des gemeinsamen Singens, auf den viele Chöre hofft, ermutigend ist. So vermeldet die zweite Erhebungswelle, dass das musikalische und mentale Befinden der Chormitglieder sich insgesamt verbessert hat. Auch wenn die Zahlen der aktiven Mitglieder im Frühjahr 2022 noch besorgniserregend waren, gibt es jetzt erste Anzeichen für Stabilisierung.
Dennoch bleiben Herausforderungen wie der Mangel an pädagogisch ausgebildeten Kräften und der Fokus auf Nachholbedarf in den Hauptfächern. Es wird auch betont, dass die Mehrheit der Befragten eine Förderung des Singens in Schulklassen fordert, um einen nachhaltigen Neustart der Chorkultur zu gewährleisten.
In Zeiten des Wandels und der Unsicherheit stehen die Chöre vor der Aufgabe, sich neu zu erfinden. Die Vereinigung der „ChoryFeen“ und „Choriosa“ zu „Cantabile“ ist ein Schritt in die richtige Richtung und wird sicherlich viele Musikfreunde in Sillenstede begeistern.