Die Fragen rund um die Endlagerung von hochradioaktivem Abfall bewegen die Bevölkerung in Deutschland und insbesondere auch im Landkreis Gifhorn. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat nun einen Zwischenstand zur Eignung von Flächen veröffentlicht und zeigt auf, welche Gebiete in Frage kommen könnten. Dabei ist die Situation komplex und erfordert viel Geduld.
Aktuell müssen die Bürger im Landkreis noch auf mehr Klarheit warten. Nur ein kleiner Teil des Gebietes ist zur Zeit als potenziell geeignet eingestuft. Dennoch gibt es Hoffnung: Ein Blauer Bereich auf der Karte der BGE, der die Regionen zwischen Leiferde, Hillerse und Dalldorf umfasst, gilt als tatsächlich geeignet, nachdem die ersten zwei Prüfschritte erfolgreich abgeschlossen wurden. Hier zeigt sich, dass die geologischen Dienste der Länder die Untersuchungen durchführen, und die BGE sich darauf stützt, dass diese Flächen in der Tiefe von mindestens 500 Metern liegen werden.
Die Eignungskarten und deren Bedeutung
Ein Blick auf die veröffentlichte Deutschlandkarte der BGE offenbart verschiedene Eignungskategorien, die farblich markiert sind. Diese Darstellung gibt einen klaren Überblick darüber, welche Flächen bereits untersucht wurden und welche noch offen sind:
- Orange: Kategorie D (ungeeignet)
- Gelb: Kategorie C (weitestgehend ungeeignet)
- Blau: mögliche Eignung (Kategorien B und A)
- Grau: noch nicht untersucht
- Weiß: ausgeschlossen
Mit 54% der Fläche Deutschlands als Teilgebiete eingestuft, zeigt die Karte auch, dass zahlreiche Bereiche im Landkreis Gifhorn, etwa in den Gemeinden um Gifhorn, Isenbüttel und Meine, nicht als Teilgebiet eingestuft wurden. Einige Regionen, wie ein kleiner Teil des Nordkreises zwischen Hankensbüttel und den Grenzen zu Celle und Uelzen, sowie Gebiete südlich von Brome bis Wolfsburg, stehen noch auf der Liste der ungeprüften Flächen.
Ein langer Weg bis zur endgültigen Lösung
Die Endlagerung ist ein Thema, das nicht nur technische Herausforderungen mit sich bringt, sondern auch politische Dimensionen hat. Bis Ende 2027 soll die Bewertung der Standortregionen an den Bundestag präsentiert werden, der dann die Entscheidung treffen wird, ob oberirdische Erkundungen durchgeführt werden können. Der Bau eines Endlagers könnte frühestens in der Mitte des Jahrhunderts beginnen, was bedeutet, dass noch viele Hürden zu nehmen sind.
Die BGE hat klare Vorgaben bei der Suche nach geeigneten Wirtsgesteinen. Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein kommen in Betracht, wobei diese Gesteine Eigenschaften aufweisen, die für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet sind. Ihre Rückhaltefähigkeit, geringe Durchlässigkeit und hohe Temperaturbeständigkeit sind hierbei von größter Bedeutung. Laut den Informationen von BGE wird die Untersuchung unvoreingenommen und gründlich durchgeführt, damit die Sicherheit der Endlagerung gewährleistet ist bge.de.
Das Thema Atommüll entspannt sich also nicht von heute auf morgen, und die Bevölkerung ist aufgerufen, sich zu informieren – die Karte ist unter www.bge.de/navigator einsehbar. Während der Prozess oft langwierig erscheint, bleibt es wichtig, dass alle Beteiligten am Ball bleiben und die nächsten Schritte sachgerecht begleiten.