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In den letzten Jahren hat sich die Situation in den deutschen Tierheimen dramatisch verändert. Viele Einrichtungen berichten von einem Anstieg an ausgesetzten oder abgegebenen Tieren, insbesondere in der Region Gifhorn. Gründe hierfür sind oft unüberlegte Weihnachtsgeschenke, gestiegene Kosten für die Tierhaltung, etwa durch Tierarztbesuche, sowie Veränderungen der Lebensumstände wie Krankheit oder Scheidung. So hat das Tierheim Gifhorn in Ribbesbüttel aktuell 17 Hunde, 10 Kaninchen und 20 Katzen untergebracht. In den Sommermonaten kann die Zahl der Katzen sogar auf bis zu 40 ansteigen. Auch der Tierschutz Isenhagener Land hat durchgehend eine hohe Auslastung, derzeit sind dort 2 Hunde, 2 Kaninchen und 15 Katzen untergebracht. Besonders besorgniserregend ist die Warteliste, die aufgrund der steigenden Zahl an Tieren immer länger wird.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind ebenfalls nicht zu übersehen. Viele Menschen, die während der Pandemie Haustiere angeschafft haben, fühlen sich nun überfordert. Dies führt zu einer wachsenden Zahl an Tieren, die in Tierheimen abgegeben werden. Ein weiteres Problem ist der internationale Tierhandel, insbesondere der Handel mit Herdenschutzhunden aus der Türkei und Katzen aus Bulgarien. Tierexperte Tobias Klingelhöfer erklärt die rechtlichen Aspekte des Tierhandels und die Herausforderungen, die das Tierschutzgesetz mit sich bringt. Ein Beispiel für die Problematik ist ein Rechtsstreit über das Besuchsrecht eines Hundes, der im Tierheim untergebracht wurde. Falsche Haltung und Vernachlässigung von Tieren können zu Geldstrafen oder sogar Freiheitsentzug führen.

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Regulierung des Tierhandels

Auf EU-Ebene gibt es Bestrebungen, den illegalen Tierhandel einzudämmen. Die EU-Gesetzgeber haben ein verpflichtendes Kennzeichnungssystem für alle gehaltenen Hunde und Katzen eingeführt, um die Rückverfolgbarkeit zu verbessern und gegen illegale Züchter:innen und Verkäufer:innen vorzugehen. Dieses System erleichtert auch die Wiedervereinigung entlaufener Tiere mit ihren Halter:innen. Künftig wird die Registrierung von Hunden und Katzen vor der Veröffentlichung von Verkaufsanzeigen verifiziert, sodass anonyme Inserate im Online-Handel nicht mehr möglich sein werden. Laut einem Report von VIER PFOTEN stammen 79 Prozent aller Hunde aus unbekannten Quellen. Diese neuen Regelungen sollen den Online-Handel mit Heimtieren reduzieren und illegalen Handel eindämmen.

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Die Realität des illegalen Tierhandels

Trotz dieser Bemühungen bleibt der illegale Handel mit Heimtieren ein großes Problem. Im Jahr 2023 waren mindestens 731 Tiere betroffen, überwiegend Hunde, in 221 aufgedeckten Fällen. Der Deutsche Tierschutzbund dokumentierte in den letzten zehn Jahren über 1.400 Fälle mit knapp 21.000 geschmuggelten Tieren. Die Dunkelziffer wird als hoch eingeschätzt. Tierheime tragen die Hauptlast der Folgen dieses Handels. Betroffene Tiere sind häufig Hunde- und Katzenwelpen, die zu früh von ihrer Mutter getrennt werden und unter tierschutzwidrigen Bedingungen aufwachsen. Im Jahr 2023 lagen die Kosten für die Betreuung beschlagnahmter Tiere in Tierheimen durchschnittlich bei 25 Euro pro Tag. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher Nachbesserungen im Tierschutzgesetz sowie länderübergreifende Maßnahmen zur Eindämmung des Welpenhandels. Vorschläge umfassen ein Verbot oder gesetzliche Regulierung des Onlinehandels mit Tieren, sowie eine Verpflichtung zur Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese neuen Maßnahmen und Regelungen Wirkung zeigen werden. Die Herausforderungen sind groß, und es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung von Behörden, Tierheimen und der Gesellschaft, um das Wohl der Tiere zu sichern und die Situation in den Tierheimen nachhaltig zu verbessern. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie in den Berichten von WAZ Online, VIER PFOTEN und Deutscher Tierschutzbund.