In Brome, einem kleinen Ort im Landkreis Gifhorn, ist die Rettung von 67 Hunden aus einem „Animal Hoarding“-Haushalt in aller Munde. Die Gerüchte über die Beschlagnahmung der Vierbeiner schwirrten bereits seit Tagen durch die Gemeinde, bis es am 5. November endgültig zum Einsatz kam. Laut news38.de durchsuchten 13 Polizeibeamte zusammen mit neun Mitarbeitern des Veterinäramts das betreffende Grundstück.

Die staatlichen Vertreter fanden eine erschreckende Zustandsbeschreibung der Hunde vor: Viele Tiere lebten unter tierschutzwidrigen Bedingungen, waren verwahrlost, krank, unbehandelt und stark abgemagert. Unter den geretteten Hunden fanden sich auch zahlreiche Rassen wie Golden Retriever, Zwergpudel und Australian Shepherds, sowohl Welpen als auch ältere Tiere. Trotz des großen Aufgebots reichten die regionalen Kapazitäten nicht aus, um alle Tiere vor Ort unterzubringen. Daher mussten die Hunde auf Tierheime in ganz Deutschland verteilt werden, um eine artgerechte Unterbringung sicherzustellen.

Eingehende Ermittlungen

Den Haltern der Hunde wurde vorerst das Halten weiterer Tiere untersagt, während gegen sie wegen Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt wird. Die genauen Hintergründe der misslichen Haltungsbedingungen sind bisher unklar. Bei solchen Fällen von Tierhortung ist häufig mit einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Vorfälle zu rechnen, wie aus Berichten des Deutschen Tierschutzbundes hervorgeht. Dieser hat seit 2008 beinahe 51.000 betroffene Tiere in Deutschland dokumentiert, wobei im Jahr 2024 mit 147 Fällen und 8.911 betroffenen Tieren ein Höchststand erreicht wurde. Tierschutzbund berichtet ebenfalls, dass Rettungsaktionen nicht selten auch tote Tiere zutage fördern, die bei den Erhebungen nicht immer erfasst werden können.

Der Umgang mit solchen Fällen ist ein schmaler Grat

Wie bei jedem Tierschutzvorfall ist der Kontext entscheidend. Insbesondere der psychologische Aspekt des „Animal Hoarding“ ist nicht zu vernachlässigen. Oftmals sind die Halter von einer inneren Zerrissenheit geprägt, die sie in ihrer Rolle als Tierbesitzer festhält, obwohl sie mehr Tiere halten, als sie versorgen können. Die Hintergründe dafür sind vielfältig und können tiefere emotionale Probleme widerspiegeln.

Hilfe für die Vierbeiner

Die Tierschutzorganisationen arbeiten in solchen Situationen eng zusammen, um die Tiere schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen und eine adäquate Versorgung zu garantieren. Für viele der geretteten Hunde beginnt nun ein langer Weg der Rehabilitation, während gleichzeitig die Ermittlungen gegen die Halter voranschreiten. In Brome liegt noch viel Arbeit vor den Tierschützern, aber auch ein Gefühl der Erleichterung, dass die 67 Hunde nun die Chance auf ein besseres Leben erhalten haben.

Fragen der Tierschutzunterbringung und des Umgangs mit Tierschutzverstößen bleiben ein wichtiges Thema im gesamten Land und machen deutlich, dass hier weiterhin sensibilisiert werden muss. Die Meldungen dieser Fälle sind mehr als nur Statistiken; sie sind ein Aufruf zur Verantwortung, sowohl für Behörden als auch für die Öffentlichkeit.