Heute ist der 13.02.2026 und die ersten Weißstörche sind im Kreis Gifhorn zurückgekehrt. Diese bemerkenswerte Rückkehr lässt aufhorchen, da in den letzten Jahren immer mehr Störche in Deutschland überwinterten. Einige der Störche haben den Winter sogar in der Region verbracht, was zu einem untypischen Verhalten führt, wie der Storchenexperte Hans-Jürgen Behrmann berichtet. Früher waren es nur 2 bis 4 Störche, die in der Nähe der Mülldeponie in Braunschweig überwinterten; mittlerweile sind es bereits etwa 30. In ganz Deutschland überwintern rund 1.000 Störche, während in einer Region in Südhessen Hunderte von Störchen auf den Frühling warten.
Behrmann gibt Entwarnung für die Störche im Kreisgebiet, selbst bei Schnee und Eis. In der Umgebung der Alba-Deponie in Braunschweig fanden die Störche trotz Frost genügend Nahrung. Optimistisch blickt Behrmann auf das kommende Jahr für die Störche. In den nächsten Tagen werden auch die Störche, die in wärmeren Gebieten überwintern, zurückkehren. Die Ostzieher, die in Afrika überwintert haben, werden voraussichtlich erst Ende März zurückkehren. Diese Entwicklungen sind Teil eines umfassenderen Trends, der den Lebensraum und die Zugverhalten der Weißstörche beeinflusst.
Verändertes Zugverhalten und Überwinterung
Immer mehr westziehende Weißstörche fliegen nur bis zur Iberischen Halbinsel oder bleiben sogar in Deutschland. Die Gründe für dieses veränderte Zugverhalten sind bislang nicht abschließend geklärt, jedoch könnte die Klimakrise eine Rolle spielen. Mildere Winter bieten ausreichend Futter in Deutschland, wie Mäuse und Würmer, wodurch es für die Störche attraktiver wird, den Winter hier zu verbringen. Dies ermöglicht ihnen, Energie zu sparen und schneller zu ihren Brutgebieten zurückzukehren. Die NABU plant zudem eine Dokumentation der überwinternden Weißstörche in Deutschland, und Bürger können Sichtungen ab dem 1. November auf der NABU-Naturgucker-Seite melden.
Historisch gesehen ziehen Störche entweder über die Westroute, die sie zur Iberischen Halbinsel führt, oder über die Ostroute, die sie über den Balkan nach Nordafrika führt. Diese Routen sind nicht nur für die Störche von Bedeutung, sondern auch für die Beobachtung ihrer Zugverhalten. Fast 75 % der deutschen Weißstörche wählen die östliche Route über den Bosporus, die sie über den Nahen Osten bis nach Südafrika führt und Strecken von über 10.000 Kilometern umfasst. Diese langen Reisen sind eine Anpassung an die jahreszeitlich wechselnden klimatischen Bedingungen in Europa und Afrika.
Die Herausforderungen für die Störche
Die winterliche Nahrungsknappheit, nicht die Kälte, zwingt die Störche zum Zug nach Afrika. Auf ihrem Weg nutzen sie warme Aufwinde für einen energiesparenden Segelflug, ähnlich wie Segelflugzeuge. In den letzten Jahren haben jedoch viele Störche beschlossen, in Südspanien zu bleiben, wo sie auf Mülldeponien Nahrung finden. Diese Veränderungen in ihrem Verhalten helfen, die Gefahren zu identifizieren, denen die Störche ausgesetzt sind, wie elektrischen Freileitungen, Bejagung und Verlust von Rastgebieten. Die Beobachtungen der Zugrouten sind entscheidend für den Schutz dieser beeindruckenden Vögel.
Die Rückkehr der Weißstörche in den Kreis Gifhorn ist nicht nur ein Zeichen des nahenden Frühlings, sondern auch ein Spiegelbild der Veränderungen in ihrer Lebensweise und den Herausforderungen, die ihnen die moderne Welt stellt. Während wir die Rückkehr dieser majestätischen Vögel beobachten, sollten wir uns auch der Verantwortung bewusst sein, die wir für ihren Schutz tragen.
Für weitere Informationen über die Weißstörche und ihre Überwinterung in Deutschland, lesen Sie den Artikel auf WAZ Online und erfahren Sie mehr über die Hintergründe auf National Geographic. Zusätzliche Einblicke in das Zugverhalten und den Schutz der Störche finden Sie auch beim NABU.