In einer überraschenden Wendung hebt der Landkreis Gifhorn die Stallpflicht für Geflügel mit sofortiger Wirkung auf. Dies berichtet die WAZ. Der Entscheidung lagen mehrere Faktoren zugrunde, die in den letzten Tagen zusammenkamen: Seit dem 12. Januar sind keine neuen laborbestätigten Nachweise des H5N1-Virus bei Wildvögeln mehr festgestellt worden, zudem gab es einen Rückgang der Meldungen über tote Wildvögel über den Jahreswechsel. Die Stallpflicht wurde ursprünglich am 24. Oktober verhängt, nachdem das Virus bei verendeten Kranichen nachgewiesen wurde, und die Sorge war groß, dass die Geflügelbestände gefährdet sein könnten.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Vorsicht geboten. Der Landkreis appelliert an die Geflügelhalter, weiterhin Biosicherheitsmaßnahmen äußerst ernst zu nehmen. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt die Gefahr einer Geflügelpest-Infektion nach wie vor als hoch ein. Ein Blick auf die aktuellen Geschehnisse zeigt, dass bei Nachweis des Virus in einem Betrieb der gesamte Geflügelbestand getötet werden muss und der Betrieb einer gründlichen Reinigung und Desinfektion unterzogen werden muss.

Biosicherheit im Fokus

Die Diskussion um die Geflügelpest ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern betrifft auch ganz Deutschland. Laut einem Bericht des Friedrich-Loeffler-Instituts wurden allein im Januar 2024 neun Ausbrüche bei Hausgeflügel registriert. Auch Wildvögel sind stark betroffen – im gleichen Zeitraum meldeten mehrere Bundesländer insgesamt 31 Fälle von hochpathogenem aviärem Influenzavirus. Besonders der Subtyp H5N1 treibt die Sorgen vor weiteren Ausbrüchen um.

Zusätzlich zielt die DLG in ihren aktuellen Berichten auf die Notwendigkeit ab, die Biosicherheit in der Geflügelhaltung zu priorisieren. Immer mehr Ausbrüche sowohl in Geflügelhaltungen als auch im Wildvogelbestand sorgen für einen ständigen Alarmzustand. Der Druck auf die Halter könnte nicht größer sein, da die Zunahme an Nachweisen das Risiko für Eintrag und Ausbreitung des Virus in die Bestände erheblich erhöht.

Insgesamt haben die aktuellen Entwicklungen im Landkreis Gifhorn und darüber hinaus nochmals verdeutlicht, wie dynamisch und herausfordernd die Lage für Geflügelhalter bleibt. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass alle Beteiligten gut aufgestellt sind und notwendige Schutzmaßnahmen bis zur endgültigen Beseitigung der Geflügelpest-Gefahr konsequent umsetzen.

Einmal mehr zeigt sich, dass die Geflügelpest nicht einfach so überwunden ist. Es liegt an jedem Halter, ein gutes Händchen zu haben, um die eigene Haltung und die gesamte Branche zu schützen.