Im Landkreis Gifhorn hat die Vogelgrippe wieder einmal zugeschlagen. Bei einem toten Kranich wurde das Virus nachgewiesen, was ernste Folgen für die Geflügelhaltung hat. Die Kreisverwaltung reagierte prompt und ordnete eine Stallpflicht für Geflügelhalter an. Damit sollen mögliche Infektionen im Keim erstickt werden. Anja-Carina Riechert, Sprecherin des Landkreises Gifhorn, beruhigt die Bevölkerung: Derzeit besteht keine akute Gefahr für Menschen, dennoch ist Vorsicht geboten. Kaputte oder kranke Vögel sollten nicht angefasst und der Kontakt von Hunden mit ihnen vermieden werden. WAZ Online berichtet über die betroffenen Geflügelhalter, die sich jetzt besonders intensiv um ihre Tiere kümmern müssen.
Daniela Wegner, Betreiberin eines Biohofs, spricht von der Notwendigkeit, schnell zu reagieren. Sie beschäftigt 600 Hühner und hat Spielzeug sowie ein Zelt zur Beschäftigung der Tiere bereitgestellt, um Stress zu vermeiden. „Wir Geflügelhalter sind gut vernetzt und müssen uns auf solche Situationen vorbereiten“, betont sie. Auch Paul Schofer und Christian Hansen vom Eickenhof in Vordorf haben Vorkehrungen getroffen. Sie planen, ihre Gänse früher zu schlachten, um einen zusätzlichen Stress zu vermeiden. Von 2.100 Gänsen sind nur noch 1.000 im Stall untergebracht, was zeigt, dass auch hier die Lage ernst genommen wird.
Landliche Alarmbereitschaft
Die Vogelgrippe ist ein Thema, das ganz Deutschland in Atem hält. Wie ZDF berichtet, breitet sich die Krankheit in ganz Europa aus. In Baden-Württemberg wurden beispielsweise in einem Geflügelbetrieb 15.000 Tiere getötet, um eine weitere Ausbreitung zu stoppen. Auch in Niedersachsen sind die Maßnahmen drastisch: Im Landkreis Cloppenburg wurden 20.500 Puten gekeult, und bundesweit sind bereits über 200.000 Tiere aufgrund von Ausbrüchen ums Leben gekommen.
Die Vogelgrippe, verursacht durch das Virus HPAIV (H5N1), ist nicht nur ein Problem der Geflügelzüchter. Es wird darauf hingewiesen, dass die Tierseuche vor allem bei Wildvögeln auftritt, in den letzten Jahren jedoch auch durch die Geflügelhaltung verstärkt wurde. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut ist das Risiko für weitere Ausbrüche in Geflügelhaltungen als „hoch“ einzustufen. Dennoch sind bisher keine H5N1-Fälle bei Menschen bekannt, was ein kleiner Lichtblick in dieser bedrohlichen Situation ist.
Einheitliche Maßnahmen gefordert
In Angesicht der zunehmenden Fälle fordert der Spiegel eine bundesweite Stallpflicht für alle Geflügelhalter. Während die Stallpflicht im Landkreis Gifhorn bereits greift, bleibt es im Wolfsburger Stadtgebiet bislang ohne offizielle Regelung. Pressesprecher Ralf Schmidt bestätigte, dass eine Allgemeinverfügung aktuell nicht geplant sei.
Ulf Brandes, Vorsitzender des Geflügelzüchtervereins Fallersleben, äußert ebenfalls Bedenken. „Die Sorgen der Mitglieder sind groß und wir müssen alles daran setzen, die Empfehlungen zur Biosicherheit einzuhalten“, betont er. Der NABU Niedersachsen unterstreicht die Wichtigkeit von Hygienestandards und gesetzlichen Regelungen zur Kontrolle des Virus. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Maßnahmen noch notwendig sein werden, um die Ausbreitung der Vogelgrippe einzudämmen.





