In Göttingen kämpft die 37-jährige Sina Mackensen gegen ihre Adipositas, eine chronische Erkrankung, die in Deutschland immer mehr Menschen betrifft. Mit einem Gewicht von 130 Kilogramm hat sie sich in ein Abnehmprogramm der Uniklinik Göttingen eingeschrieben, das ihr medizinische und psychologische Unterstützung bietet. Sina ist ein lebendiges Beispiel für den Kampf gegen das Übergewicht, das sie seit ihrer Kindheit begleitet. In ihrer Familie wurde sie oft als „Pummelchen“ bezeichnet, was ihr Selbstbild stark beeinflusste. Aufgewachsen in Osterode am Harz, fühlte sie sich häufig anders als ihre Geschwister und Freunde.

Adipositas betrifft in Deutschland rund ein Viertel der Erwachsenen, was etwa 17 Millionen Menschen entspricht. Diese Erkrankung kann schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Krebs nach sich ziehen. Im Rahmen ihres Optimed-Programms fährt Sina jeden Dienstag nach Göttingen, um Blutdruckmessungen und Gewichtskontrollen durchführen zu lassen. In den ersten drei Monaten musste sie eine strenge Diät einhalten, bestehend aus fünf Shakes täglich, die insgesamt nur 850 Kalorien liefern. Trotz dieser Einschränkungen hat sie in nur fünf Wochen bereits über zwölf Kilo abgenommen.

Der Weg zur Veränderung

Sina hat vor drei Jahren CrossFit für sich entdeckt, eine intensive Fitnessmethode, die ihr hilft, ihre Ziele zu erreichen. Ihr persönliches Ziel ist es, im Handstand mit den Füßen die Wand hochzulaufen – ein sportliches Unterfangen, das sie mit viel Engagement verfolgt. Sie trainiert fast täglich, meist direkt vor ihrer Haustür. Die Gruppengespräche und das Training motivieren sie, und sie verfolgt ihr Ziel nicht primär aus einer bestimmten Kilozahl oder Kleidergröße heraus, sondern aus dem Wunsch nach persönlicher Fitness und Lebensqualität.

Die Adipositasbehandlung kann verschiedene Formen annehmen, darunter auch chirurgische Eingriffe. In Einzelfällen kommen spezielle Verfahren wie die Biliopankreatische Diversion oder die SADI-S Operation zum Einsatz, die eine verkürzte Resorptionsstrecke im Dünndarm zur Folge haben. Diese Operationen sind jedoch nur bei massivem Übergewicht indiziert. Für viele Menschen, die an Adipositas leiden, sind solche Eingriffe eine letzte Möglichkeit, um die gewichtsbedingten Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

Medikamentöse Therapien und Zukunftsausblick

Zusätzlich zu chirurgischen Optionen gibt es auch medikamentöse Therapien, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Moderne Schlankheitsmittel wie GLP-1-Agonisten ermöglichen signifikante Gewichtsreduktionen, ersetzen jedoch keine chirurgischen Behandlungen bei stark übergewichtigen Patienten mit einem BMI über 35. Diese Medikamente können in Deutschland ab einem BMI von 27 verordnet werden, wenn Begleiterkrankungen vorliegen. Dennoch zeigen Studien, dass eine vollständige Heilung von Adipositas selten ist und viele Betroffene nach dem Absetzen von Medikamenten erneut an Gewicht zunehmen.

Die Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, für die oft ein multimodaler Ansatz notwendig ist. Zukünftige Behandlungen könnten personalisierte, multidisziplinäre Therapieansätze erfordern, ähnlich wie in der modernen Tumortherapie. Die Forschung und Entwicklung im Bereich der Adipositastherapie bleibt also spannend, und der 142. Deutsche Chirurgie Kongress (DCK 2025) wird sich auf den fachübergreifenden Austausch konzentrieren, um innovative Lösungen für Betroffene zu finden.

Der NDR wird Sinas Fortschritte im Abnehmprogramm dokumentieren und über ihre Erfahrungen berichten. Ihr Weg zeigt, dass der Kampf gegen Adipositas sowohl körperliche als auch psychische Herausforderungen mit sich bringt, und dass Unterstützung in Form von Programmen wie dem Optimed-Programm von großer Bedeutung ist.

Für weitere Informationen über Sinas Geschichte und die Behandlungsmöglichkeiten von Adipositas, siehe die Berichte auf NDR oder die Details zu den chirurgischen Verfahren auf UMG. Mehr über die modernen Behandlungsmethoden und deren Auswirkungen auf die Adipositastherapie erfährt man auch in den aktuellen Studien unter IDW.