Wohin mit all dem Elektroschrott? Eine Frage, die viele Kölner Haushalte beschäftigt. Schätzungen zufolge lagern in deutschen Wohnzimmern bis zu fünf Kilogramm ungenutzte Elektrogeräte pro Person. Alte Handys, kaputte Kopfhörer und elektrische Zahnbürsten sind nur einige der meistvergessenen Geräte, die oft im Restmüll landen, statt richtig entsorgt oder sogar repariert zu werden. Das Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere in der kommenden Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die vom 22. bis 30. November stattfindet. Das diesjährige Motto lautet: „Reparieren statt wegwerfen: Elektroschrott vermeiden“.
In der Grafschaft Bentheim werden zahlreiche Initiativen ergriffen, um das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen. Die Abfallwirtschaftsbetriebe Landkreis Grafschaft Bentheim (AWB) sowie lokale Initiativen machen aktiv auf die Wichtigkeit der richtigen Entsorgung und Reparatur von Elektrogeräten aufmerksam. AWB-Betriebsleiter Christoph Bröcker betont hierbei: „Die richtige Entsorgung ist entscheidend für eine nachhaltige Zukunft.“ So wird am 22. November in der Nordhorner Innenstadt ein Infostand aufgebaut, wo von 9 bis 12 Uhr Informationen über Reparaturen, die korrekte Entsorgung und Abfallvermeidung bereitgestellt werden. Um 10 Uhr beginnt außerdem eine Müllsammelaktion, unterstützt von „Nordhorn nachhaltig“ und den „Naturfreunden Nordhorn“. Bei dieser Aktion kommen Greifzangen, Müllsäcke und Arbeitshandschuhe zum Einsatz und helfen, die Umgebung sauberer zu gestalten.
Repair Cafés als kreative Lösung
Ein besonders spannendes Element dieser Bemühungen sind die Repair Cafés. Diese ehrenamtlichen Initiativen bieten den Bürger:innen die Möglichkeit, defekte Gegenstände selbst zu reparieren. Dabei können die Teilnehmenden allein oder in Gemeinschaftsarbeit an ihren kaputten Schätzen werkeln. An den Veranstaltungsorten steht sowohl Werkzeug zur Verfügung als auch Unterstützung durch erfahrene, ehrenamtliche Helfer, die Reparaturkenntnisse mitbringen. Wer sich bei der Reparatur anderer einbringen möchte oder einfach nur eine Tasse Kaffee genießen will, ist ebenso willkommen!
Die Idee hinter diesen Repair Cafés ist von Martine Postma in Amsterdam geboren worden und entwickelte sich seit ihrer Gründung 2009 zu einem weltweiten Trend. Dank mittlerweile über 1.500 aktiven Initiativen weltweit wird nicht nur der Abfall reduziert, sondern auch das Wissen über Reparaturen wertgeschätzt, was eine wichtige Grundlage für nachhaltige Praktiken und das Vorantreiben der Kreislaufwirtschaft ist. Laut einer Studie zeigt eine Mehrheit der Verbraucher großes Interesse an der Reduzierung von Einwegprodukten und möchte die Lebenszyklen ihrer Geräte verlängern.
Aktionen in der Region
In der Grafschaft Bentheim unterstützen mehrere Repair Cafés die lokale Nachhaltigkeitsbewegung: So öffnet das Reparatur-Café Gildehaus am 22. November von 10 bis 13 Uhr und bietet Informationen zum Fairen Handel und Abfallvermeidung an. Das Reparatur-Café Uelsen lädt am 28. November von 15 bis 17 Uhr zur Abgabe defekter Elektrogeräte ein, um diese fachgerecht zu reparieren.
Die Initiative zur Förderung von Reparaturen bietet nicht nur eine nachhaltige Lösung für die vielen alltäglichen Elektrogeräte, sondern trägt auch dazu bei, die emotionalen Bindungen der Menschen zu ihren Gegenständen zu stärken. Diese emotionale Verbindung kann die Entscheidung für eine Reparatur anstelle von Entsorgung erheblich beeinflussen und stärkt die Gemeinschaft, indem Unterstützung und Wissen untereinander geteilt werden.
Die einzelnen Initiativen in der Grafschaft Bentheim dienen nicht nur der Abfallvermeidung, sondern auch dem Aufbau einer nachhaltigeren Gesellschaft. Für weitere Informationen über die Aktionen können Interessierte die Website der AWB besuchen oder sich direkt an das Kundencenter wenden. Hier sind Engagement und gemeinschaftliche Verantwortung gefragt, damit es in jedem Haushalt ein bisschen weniger Elektroschrott gibt!