In der grauen Vorweihnachtszeit wird es in den Grenzregionen Deutschlands lebendig. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern hat in Niedersachsen begonnen, und die Supermärkte in Orten wie Emlichheim sind gut gefüllt. In den letzten Tagen wurden die Parkplätze der Geschäfte häufig von Autos mit niederländischen Kennzeichen belegt, denn die niederländischen Bürger strömen in die deutschen Geschäfte, um sich für den Jahreswechsel einzudecken. Wie das NDR berichtet, warteten am Montag bis zu 80 Menschen auf Einlass in einen Supermarkt, wo aufgrund des Ansturms eine Einlasskontrolle eingerichtet wurde.
Das Hoch bei den Feuerwerksverkäufen hat seine Wurzeln in den bevorstehenden Regelungen der niederländischen Regierung. Ab 2026 wird privates Feuerwerk in den Niederlanden verboten, und viele Verbraucher suchen sich deshalb günstigere Alternativen in Deutschland. Die Samtgemeinde Emlichheim hat sich auf den Ansturm eingestellt: Der Ordnungsdienst wurde personell aufgestockt, und zusätzliche Halteverbotszonen sollen eingerichtet werden, um den Verkehr zu regeln. Auch in anderen Städten Niedersachsens, wie Bremerhaven und Meppen, war der Andrang ähnlich groß.
Beliebtheit und Sicherheit stehen im Mittelpunkt
Feuerwerk ist besonders bei Jüngeren hoch im Kurs. In einer jüngsten Umfrage zeigt sich, dass viele damit den Jahreswechsel feiern wollen. Der stellvertretende Leiter eines Klever Supermarktes, كما Tagesschau berichtet, hat deshalb das Feuerwerksangebot erhöht, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die Werbemaßnahmen über soziale Medien ziehen zusätzlich viele Käufer an, die von der größeren Auswahl und den günstigeren Preisen profitieren.
Doch während die Vorfreude bei vielen groß ist, gibt es in der Bevölkerung auch Bedenken. In Niedersachsen sprechen sich einige Politiker gegen ein generelles Böllerverbot aus, während andere Städte bereits Verbotszonen eingeführt haben. Strafen von bis zu 10.000 Euro drohen bei Verstößen. Besonders das beliebte Sylt hat die Silvester-Böllerei verboten, und tausende Menschen fordern in einer Petition ein deutschlandweites Verbot.
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Interessanterweise gilt der Trend des Feuerwerkskaufs nicht nur für Niedersachsen. Auch in Tschechien hat die Regierung den Verkauf von Feuerwerkskörpern stark eingeschränkt. Im Grenzgebiet zu Niederösterreich ist eine spürbare Abnahme der Anzeigen gegen „Böller-Touristen“ zu verzeichnen. Die neuen Gesetze, die seit dem 1. Dezember in Kraft sind, erlauben nur den Verkauf von Kleinstfeuerwerk, was die Attraktivität der tschechischen Feuerwerksmärkte für Käufer aus den Nachbarländern deutlich verringert. Laut Kosmo zeigen bereits die ersten Tage nach Inkrafttreten der neuen Regelungen positive Auswirkungen, da weniger Böller bei Grenzkontrollen beschlagnahmt werden.
So bleibt der Silvester-Upcycling-Trend zwischen den Ländern spannend. Ob die hohe Nachfrage aus den Niederlanden in den deutschen Geschäften weiterhin anhält oder ob Sicherheitsbedenken und gesetzliche Regelungen dem Feuerwerkstrend einen Dämpfer versetzen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass Silvester in der Grenzregion ein wichtiges Thema ist und es sich viele nicht entgehen lassen wollen, die Nacht mit einem Feuerwerk zu feiern.