Am 18. Februar 2026 plant die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ die Gründung eines neuen Landesverbandes in Niedersachsen. Dieses Vorhaben wird jedoch von einer Vielzahl an Protesten und Gegenveranstaltungen begleitet. In Dötlingen, Landkreis Oldenburg, fanden bereits vor der Gründung Kundgebungen statt, bei denen sich laut Polizei zunächst etwa 70 Menschen gegen die Veranstaltung versammelten. Im Laufe des Tages stieg die Zahl der Demonstrierenden auf bis zu 300. Ein markantes Transparent mit der Aufschrift „Keen Tee för de AfD“ wurde dabei präsentiert, und ein Teilnehmer trug eine Weste der Initiative „Opas gegen Rechts“.

Die Gründung des neuen Landesverbandes findet hinter verschlossenen Türen statt und begann um 11:30 Uhr. Für den Abend ist eine Pressekonferenz angesetzt. Die Polizei hat die Veranstaltung mit einem „angemessenen und ausreichenden Kräfteansatz“ begleitet, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Neben der Parteiveranstaltung gab es auch eine Mahnwache und eine Demonstration als Gegenversammlungen. Besonders brisant ist die Tatsache, dass der niedersächsische Verfassungsschutz die Jugendorganisation „Generation Deutschland“ im Fokus hat, da der AfD-Landesverband als extremistisch eingestuft wurde. Diese Einschätzung wird von AfD-Landesvize Stephan Bothe zurückgewiesen, der betont, dass es keine personellen Überschneidungen zur früheren „Jungen Alternative“ gebe.

Beobachtungen des Verfassungsschutzes

Der niedersächsische Verfassungsschutz stuft die AfD als Partei mit extremistischer Bestrebung ein. Die neue Jugendorganisation, die am 18. Februar gegründet wird, steht aufgrund der vermuteten personellen und ideologischen Kontinuitäten zur ehemaligen „Jungen Alternative“ unter Beobachtung. Diese Organisation hatte sich im Frühjahr 2025 aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte. Verfassungsschutz-Präsident Dirk Pejril verweist auf Redebeiträge von Mitgliedern der neuen Jugendorganisation, die bei einem Gründungskongress in Gießen zu hören waren.

Das niedersächsische Innenministerium wird die Gründung der Jugendorganisation genau beobachten. Im Vorfeld der Gründung sind bereits zwei Demonstrationen angemeldet: eine Mahnwache mit etwa 150 Teilnehmenden und ein Demonstrationszug mit rund 200 Teilnehmenden. Auch das Land Niedersachsen schließt Disziplinarverfahren gegen AfD-Mitglieder nicht aus. Die AfD hat zudem einen Eilantrag gegen die Hochstufung durch den Verfassungsschutz eingereicht.

Rechtsextremismus und gesellschaftliche Implikationen

Das Thema Rechtsextremismus in Deutschland ist auch im Kontext der aktuellen Entwicklungen von großer Bedeutung. Laut dem Verfassungsschutzbericht stieg das rechtsextremistische Personenpotenzial Ende 2024 auf 50.250 Personen, was einen Anstieg von 9.650 im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Gewaltorientierte Rechtsextremisten machen davon 15.300 Personen aus. Die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten stieg 2024 auf 37.835, was einen Anstieg um 47,4% im Vergleich zu 2023 bedeutet. Besonders alarmierend ist der Anstieg der Gewalttaten, die um 11,6% auf 1.281 zugenommen haben.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass die rechtsextremistische Szene in Deutschland nicht nur wächst, sondern auch zunehmend gewalttätiger wird. Themen wie Asyl, Migration und Queerfeindlichkeit werden von diesen Gruppierungen instrumentalisiert, um ihre Agenda voranzutreiben. Die AfD und ihre Jugendorganisation stehen exemplarisch für diese Entwicklung, die sich nicht nur in Niedersachsen, sondern bundesweit abzeichnet.