In der norddeutschen Stadt Hameln wird die Neugestaltung des Weserufers „Upnor“ erneut auf die lange Bank geschoben. Um drei Jahre wurde das Projekt verschoben, was vor allem an der politischen Mehrheitsgruppe im Rat der Stadt liegt, bestehend aus SPD, Grünen und Die Linke. Diese hat die Umgestaltung gestoppt, da sie befürchtet, dass das Bauvorhaben einer geplanten Fahrradbrücke über die Weser mit den Umgestaltungsplänen in Konflikt stehen könnte. Doch die CDU sieht das ganz anders und fühlt sich durch die Aussagen der Brückenplaner aus Berlin, KRP Architekten, bestätigt.

Am 4. Februar präsentierten die Berliner Planer eine Machbarkeitsstudie, die die Nordstadt mit dem Klütviertel verbinden soll. CDU-Ratsmitglied Gerhard Paschwitz stellte den Planern die Frage, ob es möglicherweise Planungsprobleme zwischen dem Brückenbau und der Neugestaltung des Upnor-Geländes geben könnte. Die Antwort war eindeutig: Es gebe keine Probleme. Auch Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) hatte bereits im November im Finanzausschuss betont, dass es keine Konflikte gebe und die Pläne für eine Beachbar auf dem Gelände in 2026 einen positiven Ausblick bieten.

Politische Kontroversen und Bedenken

Die Entscheidung der rot-grün-rot geführten Mehrheitsgruppe, die Neugestaltung um drei Jahre zu verschieben, sorgte für scharfe Kritik seitens der CDU. Sie bezeichneten dies als „Verzögerungstaktik“ und als entgegen dem Willen der Bürger. Zudem stimmte die CDU im Umweltausschuss gegen die Brückenplanung und äußerte Bedenken hinsichtlich der Finanzierung des Projekts. Denn die Mehrheitsgruppe plant, die Fördermittel für die Neugestaltung von Upnor in den Bau der Fahrradbrücke zu investieren, was CDU-Ratsfraktionschefin Birgit Albrecht als „Taschenspielertrick“ kritisierte. Sie warnte vor einer Schuldenbasis, die für die Brücke geschaffen werden könnte, während gleichzeitig belastbare Zahlen zur erwarteten Nutzung der Brücke fehlen.

Ein weiterer Kritikpunkt der CDU ist, dass alternative Trassenführungen für die Fahrradbrücke nicht ausreichend geprüft wurden. Der Rat der Stadt Hameln soll am 13. März über die weitere Planung für den Entwurf der Fahrradbrücke beschließen. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, wie die Stadt mit den Herausforderungen der Mobilität umgehen wird und welche Rolle der Radverkehr dabei spielt.

Die Bedeutung der Verkehrswende

Die Thematik rund um die Fahrradbrücke und die Neugestaltung des Weserufers ist nicht isoliert zu betrachten. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Mobilität, wie die Klima- und Ressourcenkrise sowie die Alterung der Gesellschaft, machen eine umfassende Transformation von Gesellschaft, Industrie und Verkehrssystemen notwendig. Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesminister für Digitales und Verkehr hat die Dringlichkeit der Verkehrswende in städtischen und ländlichen Gebieten hervorgehoben.

In Hameln könnte die geplante Fahrradbrücke nicht nur zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur beitragen, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung einer klimaschonenden Mobilität darstellen. Der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur ist ein entscheidender Bestandteil nachhaltiger städtischer Verkehrssysteme. Die Notwendigkeit einer integrierten Planung, die Verkehr mit Raum- und Siedlungsplanung verbindet, ist essenziell, um eine lebenswerte Stadt zu gestalten und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen.

Schlussendlich bleibt abzuwarten, ob die Stadt Hameln die politischen Differenzen überwinden kann und wie sich die Diskussion um die Fahrradbrücke und die Neugestaltung des Weserufers weiterentwickeln wird. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um die Mobilität der Zukunft in Hameln effektiv zu gestalten. Weitere Informationen zu den Entwicklungen finden Sie auch auf dewezet.de und radio-aktiv.de.