Am 6. März um 19 Uhr lädt die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Pyrmont in die Pauluskirche in Neersen ein. Anlass ist der Gottesdienst zum Weltgebetstag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ steht. Die Liturgie wurde von Frauen aus Nigeria vorbereitet und verspricht, den Teilnehmenden einen tiefen Einblick in das Leben, den Alltag und die gesellschaftlichen Herausforderungen in Nigeria zu geben. Ein engagiertes ehrenamtliches Team hat sich seit Januar intensiv mit den Materialien aus Nigeria beschäftigt und die Gottesdienstgestaltung entsprechend ausgearbeitet. Die Kirche wird passend dekoriert, um eine besondere Atmosphäre zu schaffen und die Besucher in die nigerianische Kultur einzutauchen.
Nach dem Gottesdienst sind alle Anwesenden herzlich ins Gemeindehaus eingeladen, wo landestypische Speisen angeboten werden. Dies bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit zum Austausch und zum Kennenlernen dieser vielfältigen Kultur. Der Weltgebetstag, der in Deutschland und rund 150 weiteren Ländern gefeiert wird, ist die größte ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen weltweit. Er hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1927 zurückreicht.
Ein Blick auf Nigeria und die Herausforderungen
Die Liturgie, die am Weltgebetstag verwendet wird, stammt aus Nigeria und wurde von Christinnen des Landes vorbereitet. Sie soll auf die unsichtbaren Lasten aufmerksam machen, die viele nigerianische Frauen tragen. Sicherheit ist in Nigeria ein zentrales Thema, und die Texte sowie die Musik des Gottesdienstes sind darauf ausgelegt, Hoffnung und Vertrauen in Gott zu vermitteln. Ein Bild von der nigerianischen Künstlerin Gift Amarachi Ottah, das drei Frauen der nigerianischen Ethnien Igbo, Haussa und Yoruba zeigt, wird ebenfalls Teil des Gottesdienstes sein. Der Hintergrund des Bildes zeigt Frauen, die Lasten auf dem Kopf tragen, was symbolisch für die Herausforderungen steht, mit denen sie konfrontiert sind.
Die Gottesdienste am Weltgebetstag ähneln einem Silvesterfeuerwerk, das um die Welt zieht, und die Anliegen der Gebete werden international geteilt. Rita Steinbreder betont, dass die Teilnehmer in die Perspektive der Frauen aus Nigeria eintauchen und die unterschiedlichen Glaubenspraktiken kennenlernen. Während in Nigeria die Bibel wörtlich ausgelegt wird, fehlen historisch kritische oder feministische Auslegungen weitgehend. Zudem hat der Weltgebetstag eine politische Dimension, die von den Expertinnen hervorgehoben wird. Viele Konflikte in Nigeria sind historisch bedingt und oft missinterpretiert. Das Bewusstsein für postkoloniale Vorurteile ist ein wichtiger Teil der Diskussion.
Konflikte und Klimawandel
Die Angriffe der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, die sich gegen Schulen und Bildung richten, betreffen sowohl Christen als auch Muslime in Nigeria. Der Klimawandel trägt zusätzlich zu den Spannungen bei, indem er Dürren und Binnenflüchtlinge verursacht. Rita Steinbreder hebt hervor, dass die Nigerianer nicht die Hauptverursacher der Klimakrise sind – diese Verantwortung liegt in den Industrieländern. Der Weltgebetstag bietet also nicht nur einen Raum für spirituelle Reflexion, sondern auch für das Bewusstsein über die politischen und sozialen Herausforderungen, mit denen Frauen in Nigeria und weltweit konfrontiert sind.
Die Veranstaltung in der Pauluskirche wird somit nicht nur ein Gottesdienst, sondern auch eine Plattform für interkulturellen Austausch und ein aktives Eintauchen in die Realität vieler Frauen in Nigeria. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, Teil dieser bedeutenden Veranstaltung zu werden und mehr über die nigerianische Kultur und die Herausforderungen, denen sich Frauen dort stellen müssen, zu erfahren. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf meine-onlinezeitung.de, sowie auf evangelisch.de und landeskirche-hannovers.de.




