In Hannover wird das Thema Demokratiebildung großgeschrieben. Das ZeitZentrum Zivilcourage hat ein innovatives Konzept entwickelt, das die Bürgerinnen und Bürger direkt anspricht. Mit dem „Pop-up-demokratielab“ wird eine interaktive Wanderausstellung ins Leben gerufen, die ab 2027 durch verschiedene städtische Einrichtungen und Stadtteile touren wird. Ziel dieser Ausstellung ist es, Demokratie niedrigschwellig zu vermitteln und Menschen vor Ort zu erreichen. Ergänzend dazu wird ein inklusiver Mediaguide für partizipative politische Bildung bereitgestellt. Das ZeitZentrum öffnet seine Demokratiebildungsangebote für alle Interessierten, wobei die Angebote von offenen Führungen über Workshops bis hin zu speziellen Weiterbildungsformaten für Mitarbeitende der Stadtverwaltung reichen.

Der Bedarf an Demokratiebildung ist in der heutigen Gesellschaft enorm und zeigt sich in der hohen Nachfrage nach dialogischen Workshops. So sind Schulworkshops teilweise bis zu sechs Monate im Voraus ausgebucht. Auch interne Fortbildungen für Mitarbeitende der Stadtverwaltung sind innerhalb von 30 Minuten vergeben. Das ZeitZentrum hat zudem die pädagogischen Bildungsangebote inhaltlich erweitert und neue Formate wie eine „Politik-Olympiade“ in Entwicklung. Ein weiteres Highlight wird das „demokratiefest“ am 14. März 2026 sein, bei dem das fünfjährige Bestehen des ZeitZentrums gefeiert wird. Dieses interaktive Lernort regt zur kritischen Auseinandersetzung mit der hannoverschen Stadtgesellschaft im Nationalsozialismus an und bietet einen offenen Diskussionsraum zur Reflexion über demokratisches Zusammenleben. Weitere Informationen sind in der Quelle zu finden.

Demokratiebildung in der Schule

Ein weiteres Beispiel für die Förderung demokratischer Werte findet an einer Gesamtschule statt, die eine Projektwoche zum Thema „Demokratie: Hier. Jetzt. Du. Ich. Wir!“ veranstaltet. Hier erkunden Schülerinnen und teilweise Lehrerinnen verschiedene Facetten des Begriffs „Demokratie“. Rund 50 verschiedene Angebote thematisieren Toleranz, diskriminierungsfreien Umgang, Zivilcourage und Partizipation. Die Workshops, Ausflüge und Projekte sind speziell auf die Lebenswelt der Schülerinnen zugeschnitten und in einfacher Sprache gestaltet, um auch Sprach- und Integrationsklassen die Teilnahme zu ermöglichen.

Ein Höhepunkt der Projektwoche ist der Demokratiemarkt, auf dem Stände von acht Ausstellern Informationen über deren Arbeit bereitstellen. Nach dem Markt nehmen die Schülerinnen an einem digitalen Quiz teil. Ein zweiter Demokratiemarkt wird durch einen Inklusionsparcours ergänzt, der praktische Erfahrungen zum Thema Inklusion vermittelt. Besonders beeindruckend ist das Erlebnis einer Schülerin, die einen blindenbetreuten Überweg mit verbundenen Augen testet. Diese umfassenden Aktivitäten sensibilisieren die Schülerinnen für demokratische Werte, Fake News und Verschwörungstheorien. Insgesamt nehmen etwa 60 Klassen und über 1.000 Schülerinnen an der Demokratiewoche teil. Weitere Informationen sind in der Quelle zu finden.

Demokratiebildung als schulisches Ziel

Die Bedeutung der Demokratiebildung wird auch von der Kultusministerkonferenz (KMK) hervorgehoben. Ziel der schulischen Bildung ist es, junge Menschen zur Orientierung in der modernen Gesellschaft zu befähigen und sie in die Lage zu versetzen, politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen kompetent zu beurteilen. Werte wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Gerechtigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und Frieden sollen gefördert werden. Alle Unterrichtsfächer, insbesondere die gesellschaftswissenschaftlichen, sind diesem Ziel verpflichtet.

Die KMK hat in einer Erklärung zur Erziehung zur Demokratie betont, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts ist. Diese Erklärung wurde anlässlich mehrerer historischer Jahrestage veröffentlicht. Die jährliche Fachtagung zur Demokratiepädagogik, die seit 2007 gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung durchgeführt wird, unterstreicht die Relevanz des Themas. Unterstützung erhält die Initiative Demokratieerleben durch zivilgesellschaftliche Organisationen und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Weitere Informationen sind in der Quelle zu finden.