Was steckt hinter dem provokanten Titel „Fascholand“? Der Autor Canberk Köktürk nimmt uns mit auf eine Reise durch die dunkleren Ecken der deutschen Gesellschaft. In seinem neuem Buch, das als autobiographisch-investigative Erzählung konzipiert ist, deckt er die Problematik von Rassismus und einem zunehmend erstarkenden rechten Diskurs auf. Köktürk, der 1990 im Ruhrgebiet geboren wurde und türkische Wurzeln hat, hat Politikwissenschaften studiert und für diverse Medien, einschließlich der taz und ZEIT Online, geschrieben. Seine Erfahrungen als Autor, der auch für Jan Böhmermanns „ZDF Magazin Royale“ gearbeitet hat, fließen in sein Werk ein – und das merkt man.
In „Fascholand“ setzt Köktürk sich mit dem Alltagsrassismus auseinander und zeigt, dass oft „nett“ gemeinter Rassismus möglicherweise schädlicher ist als offener Rassismus, der leichter zu erkennen ist. Die kritische Betrachtung dieser Themen erfolgt mit einem gewissen beißenden Humor, der dem Leser hilft, schmerzhafte Wahrheiten zu verarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Rolle der Medien – sie tragen nicht nur zur Normalisierung rechter Narrative bei, sondern bieten extremen Positionen auch eine Bühne, wie er im Gespräch mit watson betont.
Lesung in Hannover
Denjenigen, die mehr über die eindringliche Analyse des Buches erfahren wollen, sei die Lesung in Hannover empfohlen. Der Kulturpavillon bietet Tickets für diese spannende Veranstaltung an. Hier wird Köktürk persönlich von den Gefahren von Hass und Hetze berichten und seine Erfahrungen teilen. Mit einem gewitzt-kritischen Blick auf die Selbstinszenierung Deutschlands als „wehrhafte Demokratie“, lädt er dazu ein, die gesellschaftliche Lage nicht nur anzuerkennen, sondern aktiv zu hinterfragen.
Einen weiteren Aspekt beleuchtet Köktürk an dieser Stelle: Der Untertitel seines Buches, „Wir sind hier immer noch in Deutschland“, spiegelt die Ambivalenz der deutschen Gesellschaft wider. Diese Formulierung regt zum Nachdenken an – insbesondere darüber, wie internalisierter Rassismus tief in der eurozentrischen Kultur verwurzelt ist. Köktürk selbst hat beim Schreiben seines Buches Bedenken gehabt, progressive Menschen könnten sich ertappt fühlen. Doch er sucht keine Schuldigen, sondern nennt eher die Verdächtigen in Politik und Medien, die zur gegenwärtigen Situation beitragen.
Hoffnung auf Veränderung
Doch trotz der düsteren Themen möchte er nicht ins Pessimistische abgleiten. Er sieht Hoffnung in der Zusammenarbeit von Menschen aus Politik, Medien und Aktivismus, um den gefährlichen Trend zu stoppen. Die Probleme, die er in „Fascholand“ anspricht, erforden strukturelle Lösungen, und Köktürk ruft dazu auf, diesen Schritt gemeinsam zu gehen.
In der heutigen, schnellem Welt sind Themen wie Rassismus oft schwer zu begreifen – aber sie sind von zentraler Bedeutung, um das Zusammenleben zu verbessern. Wer also ein gutes Händchen für tiefgründige Literatur hat, sollte sich die Lesung mit Canberk Köktürk nicht entgehen lassen und die Möglichkeit nutzen, sich mit einem wichtigen gesellschaftlichen Thema auseinanderzusetzen. Tickets sind online erhältlich auf der Seite des Kulturzentrums Pavillon in Hannover – also nichts wie los!
Für mehr Informationen zu Köktürks Lesung, besuchen Sie Hannover.de.