In der Region Hannover schlägt die Polizei Alarm und startet eine umfassende Aufklärungskampagne gegen Trickbetrug, besonders im Hinblick auf Seniorinnen und Senioren. Wie NDR berichtet, gehören Betrugsdelikte zu den folgenschwersten Kriminalitätsformen für ältere Menschen. Die Kampagne wird bis zum 28. Januar laufen und umfasst zahlreiche Informationsveranstaltungen in verschiedenen Städten. Diese Veranstaltungen sollen nicht nur informieren, sondern auch direkt helfen. Angefangen wird am 15. Januar mit einer Infoveranstaltung am Wochenmarkt in Uetze von 9 bis 12:30 Uhr.
Für die älteren Generationen ist der Schutz vor Trickbetrügermaschen von besonderer Bedeutung. Die Polizei hat festgestellt, dass insbesondere die Weihnachtszeit von Betrügern ausgenutzt wird. Viele Senioren leiden nach einem Betrugsfall unter psychischen Folgen wie Scham und Angst, was die soziale Isolation verstärken kann. Damit dies nicht passiert, setzt die Polizei auf präventive Maßnahmen. In den kommenden Tagen sind zahlreiche Events geplant, darunter Vorträge, Streifen im öffentlichen Raum und spezielle Events, die seniorenfreundlich gestaltet sind.
Vielfältige Betrugsmaschen im Fokus
Die Kampagne wird durch verschiedene Informationsangebote ergänzt. So werden auch Tipps zur Vermeidung von Betrügereien gegeben. Betrüger nutzen gerne Methoden wie den „Enkeltrick“, schockierende Anrufe oder geben sich als falsche Polizisten aus. Wie aus einer Veranstaltung in Oberhausen hervorgeht, bei der junge Leute den älteren Generationen beratend zur Seite stehen, sind viele Tricks mittlerweile bekannt. Im Stadtteilcafé in Oberhausen kommen Senioren, wie die 86-jährige Rosemarie Haczkiewicz, zusammen, um aus erster Hand über die Gefahren informiert zu werden. Das WDR berichtet von einer innovativen Idee: Jüngere Teilnehmer erklären den Senioren die Tricks und geben wertvolle Tipps, um ihnen ein besseres Gefühl von Sicherheit zu geben.
Um diese Informationen auch langfristig im Gedächtnis zu verankern, funktionieren diese Treffen wie ein Training. Tom Litges von der Polizei Oberhausen erläutert, dass die Betrügerbande oft Callcenter im Ausland betreibt und sogar Telefondaten auf dem Schwarzmarkt erwerben. Das Ziel dieser Initiativen ist es, zu erreichen, dass auch nur ein Senior auflegt, wenn ein Betrüger anruft, was bereits im ersten Jahr mit 900 erreichten Senior:innen gelungen ist.
Präventionsmaterialien und Informationshilfen
Um sich besser auf die Gefahren einzustellen, bietet die Polizei eine spezielle Broschüre an, die im Polizeiberatung erhältlich ist. Diese 72-seitige Broschüre thematisiert verschiedenste Kriminalitätsformen, die ältere Menschen betreffen, und gibt praktische Tipps für den Alltag. Die Informationen reichen von Gefahren an der Haustür bis hin zu Risiken am Telefon und in sozialen Netzwerken. Ein weiteres Ziel der Prävention besteht darin, das Bewusstsein für Gewalt in der Pflege zu schärfen und die Vorteile einer positiven Nachbarschaft zu betonen.
Die kommenden Veranstaltungen und Materialien sollen sicherstellen, dass gerade die ältere Generation sich geschützt fühlt und diese das nötige Wissen im Umgang mit Betrügern aufbauen können. Auf diese Weise kann jeder Einzelne sich selbst und seine Liebsten vor Betrug schützen.