Am Donnerstagabend, dem 15. Januar 2026, fanden in Niedersachsen zahlreiche Proteste gegen das iranische Regime statt. In Hannover versammelten sich laut Polizei rund 450 Menschen, die lautstark den Rücktritt des iranischen Religionsführers Ali Khamenei forderten. Die Demonstrierenden brachten ihr Unverständnis und ihre Wut über die Lage ihrer Angehörigen im Iran zum Ausdruck. Eine Vertreterin des deutsch-iranischen Kulturvereins sprach von einem Massaker an der Bevölkerung und forderte internationale Aufmerksamkeit für die brutalen Repressionen, die im Iran herrschen. Die NDR berichtete, dass auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen einen sofortigen Abschiebungsstopp von der Landesregierung fordert.
Die Proteste im Iran haben in letzter Zeit an Intensität zugenommen. Anderswo im Land, wie in Teheran, demonstrieren Menschen, die Barrikaden errichten und Brände legen. Ihre Rufe, darunter Slogans wie „Nieder mit dem Diktator“, sind klar: Sie richten sich direkt gegen Khamenei und sein Regime, das zunehmend als Unterdrückungsapparat wahrgenommen wird. Eine US-amerikanische Denkfabrik dokumentierte fast 160 Demonstrationen in 27 Provinzen des Landes. Während des Protests schlagen die Spannungen oft in Gewalt um. Dabei sind bereits zahlreiche Menschen zu Tode gekommen, wie Tagesschau berichtet.
Solidarität und Unterstützung in Deutschland
Die solidarischen Stimmen für die Proteste kommen auch aus der großen iranischen Community in Deutschland. In Hamburg versammelten sich am Welcome Center bis zu 200 Menschen, die gemeinsam für die Rechte und Gerechtigkeit für ihre Landsleute eintraten. Während der Demonstrationen schnitt eine Gruppe iranischer Frauen und ein Mann öffentlich ihre Haare ab, was als kraftvolle Geste des Widerstands gegen die oppressive Politik des Regimes gewertet wurde. Diese Protestform hat sich schnell verbreitet und stellt einen symbolischen Akt der Solidarität dar.
Die aktuelle Welle der Proteste hat ihren Anfang im vergangenen Jahr genommen, als der Tod von Mahsa Amini, einer 22-jährigen Frau in Polizeigewahrsam, landesweit Empörung auslöste. Ihre Festnahme wegen angeblich unsachgemäßer Trageweise des Kopftuchs führte zu landesweiten Protesten, die nun über ein Jahr andauern. Alamy dokumentierte diese Bewegungen und die Stärke der Protestierenden, die für ihre Rechte und Freiheit kämpfen.
Angesichts der brutalen Niederschlagung der Proteste im Iran und der steigenden Zahl an Todesopfern, die laut Aktivisten über 3.400 betragen soll, ist die internationale Aufmerksamkeit auf diese Geschehnisse unerlässlich. Die Banken, Institutionen und internationalen Akteure werden aufgerufen, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und notwendige Schritte zu unternehmen, um die Menschenrechte der Iraner zu unterstützen.



