Am 21. Februar 2026 feiert das Staatstheater Hannover die Premiere des mit Spannung erwarteten Stücks „There is no life without pain.“, das auf dem Debütroman von Dana Vowinckel basiert. Die Aufführung beginnt um 19:30 Uhr im Ballhof 1, Ballhofplatz 5 in Hannover. Im Anschluss an die Vorstellung erwartet die Gäste eine stimmungsvolle Premierenparty. Vowinckels Buch, „Gewässer im Ziplock“, beleuchtet die komplexen Identitätsfragen der Hauptfigur Margarita, die während eines heißen Sommers bei ihren Großeltern in den USA lebt. Sie fühlt sich von ihrem Vater, dem Kantor einer Synagoge, und ihrer Mutter, die sie als Kind verlassen hat, entfremdet. Ein weiterer zentraler Handlungsstrang des Romans ist Margaritas Reise nach Israel, wo sie sich mit neuen Herausforderungen, einer aufkeimenden Liebe und Familienkonflikten auseinandersetzten muss. Die Geschichte thematisiert Eindrucksvoll das Ringen um Zugehörigkeit und Identität in einer komplexen Welt.

Die Regie des Stücks übernimmt Lena Brasch, eine laut Hannover Entdecken talentierte Regisseurin, die für ihren unkonventionellen Ansatz in der Theaterarbeit bekannt ist. Sie wurde 2019 von der ZEIT in die Liste der „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“ aufgenommen und könnte mit diesem neuen Werk erneut für Aufsehen sorgen. Ein Blick auf die Zielgruppe der Aufführung zeigt, dass das Stück besonders Menschen anspricht, die Liebeskummer erlebt haben, Teenager mit Identitätsfragen sowie Personen mit einem Gespür für Empathie und Heimweh.

Dana Vowinckel und ihr literarischer Erfolg

Dana Vowinckel, die im August 2023 ihren Debütroman veröffentlichte, hat sich schnell als Autorin einen Namen gemacht. Ihr Buch, das 362 Seiten umfasst und für 23 Euro erhältlich ist, thematisiert nicht nur die Herausforderungen der Hauptfigur Margarita, sondern thematisiert auch gesamtgesellschaftliche Aspekte des jüdischen Lebens. Der Epilog des Romans spielt an Jom Kippur 2023 und wird als Prolog betrachtet. In ihrer Erzählung beschreibt Vowinckel eine sich verändernde Welt, in der sie über soziale Medien mit Fremden kommuniziert, während ihre alten Freunde Abstand halten. Der Preis für den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse, auf den Vowinckel nominiert wurde, wird am Donnerstag verliehen, und sie gilt als vielversprechende Stimme in der zeitgenössischen Literatur.

Nach den tragischen Ereignissen am 7. Oktober 2023 äußerte sich Vowinckel in der „Zeit“ über die antisemitischen Vorfälle, die in Deutschland in der Folge stattfanden, und hob die Auswirkungen auf ihr persönliches Leben hervor. Trotz der Herausforderungen fühlt sie sich oft einsam, was sie in einem Interview offenbart hat. Die Tatsache, dass ihr Freundeskreis nach diesen Geschehnissen geschrumpft ist, macht die Auseinandersetzung mit ihrer Identität noch komplexer.

Jüdisches Leben im Fokus

Im Kontext von Vowinckels Werk und den aktuellen gesellschaftlichen Debatten rund um Identität und Zugehörigkeit, lohnt es sich, einen Blick auf die kulturellen Veranstaltungen zu werfen, die sich mit jüdischer Geschichte und Gegenwart befassen. In München fand zwischen Oktober und Dezember 2025 die Veranstaltungsreihe „Wohin jetzt?“ statt, die von den Münchner Kammerspielen und dem Jüdischen Museum München organisiert wurde. Diese Reihe thematisierte das jüdische Überleben nach 1945 und setzte sich intensiv mit Erinnerungskultur sowie Fragen der Zugehörigkeit auseinander. Sie zeigte, wie wichtig es ist, kontinuierlich über die Perspektiven der jüdischen Gemeinschaft nachzudenken, insbesondere in der heutigen Zeit.

Mit diesem Hintergrundwissen zur aktuellen Situation und den kulturellen Initiativen wird die Premiere von Vowinckels Stück umso berührender. Es wird spannend zu sehen, wie die Zuschauer in Hannover auf die Herausforderungen reagieren werden, die Margarita in ihrem Leben begegnen, und welche Gedanken und Emotionen die Aufführung bei ihnen hervorrufen wird.

Alle Interessierten können weitere Informationen zu dem Stück und Tickets auf der Website des Staatstheaters Hannover finden.