Am 21. Februar 2026 feiert das Stück „There is no life without pain.“ nach dem Roman von Dana Vowinckel seine Premiere im Ballhof 1 in Hannover. Die Aufführung beginnt um 19:30 Uhr und wird von einer Premierenparty im Anschluss begleitet. Die Handlung des Stücks dreht sich um Margarita, die ihren Sommer bei ihren Großeltern in den USA verbringt, weit entfernt von ihrem Vater, dem Kantor einer Synagoge in Berlin. In einer Zeit, in der sie sich gegen eine Reise zu ihrer Mutter nach Israel sträubt, erlebt sie dort neue Herausforderungen und muss ihren eigenen Weg in Bezug auf Identität und Zugehörigkeit finden. Die Zuschauer dürfen sich auf eine bewegende Geschichte freuen, die sich mit Themen wie Liebeskummer, Selbstfindung und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens auseinandersetzt. Die Zielgruppe umfasst Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, sowie Teenager, die sich selbst und ihren Körper hinterfragen, und allgemein empathische Menschen, die Heimweh empfinden.

Die Regie des Stücks übernimmt Lena Brasch, die 1993 in Berlin-Pankow geboren wurde. Sie ist bekannt für ihre innovativen Ansätze, mit denen sie traditionelle Theaterformen herausfordert. 2019 erhielt sie eine Auszeichnung von der ZEIT als eine der „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“. Nach der Premiere wird das Stück auch an weiteren Terminen aufgeführt: am 26. Februar, 3. März, 12. März, 19. März und 20. März. Weitere Informationen sind auf der Website des Staatstheaters Hannover zu finden: www.staatstheater-hannover.de.

Über den Roman „Gewässer im Ziplock“

Dana Vowinckel veröffentlichte im August 2023 ihren Debütroman „Gewässer im Ziplock“, der die Grundlage für das Theaterstück bildet. Der Epilog des Romans spielt an Jom Kippur 2023 und wird als Prolog betrachtet. Vowinckel schildert eine veränderte Welt, in der sie über soziale Medien mit Fremden in Kontakt tritt und ihre Freunde sie ghosten. In einem Interview äußerte sie sich über die faszinierende und rätselhafte Rolle von Kantoren und die körperliche Leistung, die während der Hohen Feiertage erforderlich ist. Ihr Buch, das von Suhrkamp nova veröffentlicht wurde, umfasst 362 Seiten und kostet 23 Euro.

Die Geschichte folgt dem Kantor Avi und seiner Tochter Margarita, die zwischen Deutschland, Israel und den USA ihre Identität sucht. Die Erzählung beginnt mit einem Kiddusch und endet mit dem Jom-Kippur-Gottesdienst. Vowinckel hat sich auch nach den antisemitischen Vorfällen, die in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 berichtenswert waren, in einem Text in der „Zeit“ zu Wort gemeldet. In diesem Kontext betont sie die zunehmende Isolation, die sie in ihrer Wohnung empfindet, während sie gleichzeitig die Völkerrechtsbrüche im Gazastreifen verurteilt.

Aktuelle Themen und Veranstaltungen

Die Themen, die in Vowinckels Werk behandelt werden, sind auch vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen von Bedeutung. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2025 wird beispielsweise eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Wohin jetzt?“ stattfinden, die sich mit jüdischem (Über)Leben nach 1945 und dessen Aktualität beschäftigt. Diese wird von den Münchner Kammerspielen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Soziale Plastik, dem Jüdischen Museum München und Monacensia organisiert. Ziel der Veranstaltung ist es, Theater, Film, Literatur und Diskurs zu verbinden, um die Erinnerungskultur, Verantwortung und Zugehörigkeit zu thematisieren.

In diesem Kontext wird auch an die „Schejres Haplejte“ – die „geretteten Reste“ jüdischen Lebens nach 1945 erinnert. Mit verschiedenen Programmpunkten, darunter Theateraufführungen, Lesungen und Diskurse, wird die Perspektive der jüdischen Displaced Persons (DPs) in den Fokus gerückt. Weitere Informationen zu diesen Veranstaltungen sind auf den Websites der Münchner Kammerspiele und des Jüdischen Museums München zu finden (www.muenchner-kammerspiele.de, www.juedisches-museum-muenchen.de).

Die Premiere von „There is no life without pain.“ ist somit nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern auch ein Beitrag zur Auseinandersetzung mit identitätsstiftenden Themen in der heutigen Gesellschaft.