Im Landkreis Harburg wurde ein bemerkenswerter Schritt in Richtung sicherer Schulwege gemacht. Landrat Rainer Rempe und Frederik Schröder von der Sparkasse Harburg-Buxtehude überreichten kürzlich das Preisgeld an die Schulleiterin Katharina General der Grundschule in Vahrendorf. Diese Grundschule war eine von elf, die für ihren vorbildlichen Verzicht auf Elterntaxis während einer einwöchigen Aktion im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche ausgezeichnet wurden. Die Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Schulen sammelten dabei fleißig Punkte für jeden Schulweg, den sie ohne elterliche Fahrzeugunterstützung zurücklegten. Dies hatte nicht nur spielerischen Charakter, sondern auch ganz reale Hintergründe: Elterntaxis vor Schulen stellen eine häufige Unfallursache dar.

Die Aktion ist nicht nur eine Initiative zur Förderung der Selbstständigkeit der Kinder, sondern trägt auch zur Steigerung der Verkehrssicherheit vor Schulen bei. Selbstständig zur Schule zu gehen, so die Meinung von Fachleuten, stärkt nicht nur die persönliche Entwicklung der Kinder, sondern reduziert auch das Risiko, dass es vor den Schulen zu gefährlichen Verkehrssituationen kommt. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen einer Umfrage der ADAC Stiftung, laut der jedes fünfte Grundschulkind überwiegend das Elterntaxi für den Schulweg nutzt. Der Hauptgrund? Oft sind es Anschlusstermine, schlechtes Wetter oder einfach der Umstand, dass die Schule entlang des Arbeitswegs der Eltern liegt.

Sichere Wege statt Staus

Um den Schulweg sicherer zu gestalten, wurden im Landkreis Harburg bereits Maßnahmen wie die Einrichtung von Schulstraßen vor einzelnen Schulen getroffen. Ein Beispiel hierfür ist die Grundschule Im Roten Felde. Dort können Eltern und Kinder auf eine klare Verkehrsregelung zählen, die alle Beteiligten schützt. Zudem hat das niedersächsische Verkehrsministerium Rechtsicherheit geschaffen, indem es Kommunen erlaubt, Straßen vor Schulen temporär zu sperren. Dies reduziert nicht nur den Verkehr, sondern auch die riskanten Situationen, die durch die häufigen Staus und das Gedränge von Elterntaxis entstehen.

Das Preisgeld, das jede der elf ausgezeichneten Schulen entwickelte, variiert zwischen 300 und 500 Euro und kann zur Anschaffung neuer iPads genutzt werden, ein Schritt, der die digitale Bildung der Kinder weiter voranbringen könnte. Die Grundschule in Vahrendorf durfte sich über den Hauptpreis von 500 Euro freuen, eine wohlverdiente Anerkennung für die Anstrengungen, die die Schüler und Lehrer in dieser schönen Aktion gezeigt haben.

Es gilt, das Bewusstsein für die Bedeutung sicherer Schulwege weiter zu schärfen. Der Verzicht auf Elterntaxis ist ein kleiner, aber entscheidender Schritt in die richtige Richtung. Denn letztendlich ist der Schulweg nicht nur ein Weg zur Schule, sondern auch ein Stück Alltag der Kinder, das es zu gestalten gilt – und mit einem guten Händchen werden sicher viele Schulen diesem Beispiel folgen.