Das Thema gesunde Ernährung und die Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist aktueller denn je. In Deutschland sind rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig, und etwa 6 Prozent gelten sogar als adipös, wie das Robert Koch-Institut berichtet. Ein hoher Konsum von zucker- und energiereichen Snacks, insbesondere im Schulalltag, erhöht das Risiko für Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen und Zahnerkrankungen. Diese besorgniserregenden Zahlen erfordern dringend Maßnahmen, um das Essverhalten junger Menschen zu verbessern.

Ein vielversprechender Ansatz findet derzeit an der Johann-Peer-Eckermann-Realschule statt, wo Schüler im Profilfach Gesundheit und Soziales aktiv an der Auseinandersetzung mit Zucker, Zusatzstoffen und stark verarbeiteten Snacks arbeiten. Dies geschieht unter der Anleitung von SV-Beraterinnen wie Lotta Kunzler und Judith Höfler. Die Jugendlichen entwickeln Vorschläge für gesündere Snackalternativen, um ihre Ernährung zu verbessern und ein Bewusstsein für die Bedeutung gesunder Ernährung zu schaffen. Der Jugendzahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes Landkreis Harburg unterstützt dieses Engagement, indem er auf das erhöhte Kariesrisiko durch Zuckeraufnahme hinweist.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Die Umstellung der Snackautomaten an Schulen zeigt, wie durch Dialog und Vertrauen nachhaltige Lösungen entstehen können. Die Gast Automaten & Service GmbH aus Bardowick begleitet diesen Prozess offen und lösungsorientiert. Stefan Baumann, Leiter der Abteilung Schule des Landkreises Harburg, sieht diese Umstellung als Beispiel für erfolgreiche Prävention im Alltag. Die neu entwickelten Standards sollen langfristig gelten und auch anderen Schulen im Landkreis Orientierung bieten.

Eltern tragen jedoch die letzte Verantwortung für die Essgewohnheiten und Inhalte der Brotdosen ihrer Kinder. Die Schule kann Impulse setzen, kann jedoch nicht die Verantwortung der Eltern ersetzen. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten – Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Schulträger und Automatenbetreiber – gemeinsam an einem Strang ziehen, um gesunde Angebote in Schulen zu schaffen. Dieses Beispiel soll andere Landkreise ermutigen, ähnliche Wege für gesündere Schulen zu gehen.

Ein gemeinsames Anliegen

Die Notwendigkeit für Veränderungen in der Ernährungspolitik wird auch von einem breiten Bündnis aus über 15 Partnern, Dachorganisationen, Verbänden und Fachgesellschaften unter dem Appell #ErnährungswendeAnpacken! unterstützt. Diese Gruppe fordert die Bundesregierung zur Einrichtung einer „Zukunftskommission Ernährung“ auf, um eine Ernährungsstrategie zu entwickeln, die gesunde Ernährung fördert und das aktuelle Ernährungssystem in Deutschland kritisch hinterfragt.

Die Bundeszahnärztekammer hat sich ebenfalls diesem Appell angeschlossen und unterstützt die Forderung nach einer konsequenten Umsetzung von Gesetzen zur Beschränkung von Werbung für ungesunde Lebensmittel. Ein Regelungsentwurf für Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung wurde jedoch von der FDP-Spitze abgelehnt, was die Dringlichkeit einer Reform unterstreicht.

Die langfristigen Auswirkungen

Die Ergebnisse der KiGGS Welle 2 (2014-2017) vom Robert-Koch-Institut zeigen, dass 9,5 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig sind und 5,9 % adipös. Übergewicht kann zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und sogar Depressionen führen. Oft wird Übergewicht in der Kindheit lebenslang beibehalten. Daher ist es entscheidend, frühzeitig mit der Gesundheitsförderung und Prävention zu beginnen, um Kinder und Jugendliche in ihren Lebenswelten zu erreichen.

Das Bundesgesundheitsministerium hat sich daher verstärkt auf die Prävention von Übergewicht und Adipositas fokussiert. Diese Maßnahmen entsprechen den zentralen Elementen des Präventionsgesetzes und sollen dazu beitragen, die Lebensqualität der jungen Generation nachhaltig zu verbessern.