In Soltau gibt es ein wichtiges Thema, das viele Menschen angreift, aber häufig im Stillen leidet: chronische Wunden, insbesondere das Ulcus cruris. Diese Wunden heilen nicht wie gewohnt und bleiben mitunter Wochen oder Monate lang offen. Der Heide-Kurier berichtet, dass am 19. November 2025 um 19 Uhr ein Vortrag zur Aufklärung über diese ernsthafte Problematik stattfindet. Veranstaltungsort ist die Volkshochschule Soltau in der Rosenstraße 14.
Dr. Ovidiu-Cosmin Godina, der Sektionsleiter für Gefäßchirurgie, und Agnes Süselbeck, Wundmanagerin des Heidekreis-Klinikums, werden als Referenten ihr Wissen bündeln. In ihrem Vortrag wird es um die Entstehung dieser Wunden und die ersten Anzeichen gehen. Außerdem stehen einfache Maßnahmen und moderne Behandlungswege auf der Agenda. Ziel ist es, den Zuhörern Sicherheit im Umgang mit dem Thema zu geben und Ängste vor möglichen Komplikationen abzubauen. Der Eintritt ist kostenfrei, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich, entweder unter www.vhs-heidekreis.de oder telefonisch unter (05191) 968280.
Ulcus Cruris im Detail
Als Ulcus cruris werden schlecht heilende, oft nässende Wunden am Unterschenkel bezeichnet. Diese Bezeichnung stammt aus den lateinischen Wörtern „ulcus“ (Geschwür) und „cruris“ (Unterschenkel). Nach den Angaben von medi.de leiden in Deutschland etwa 200.000 Menschen an diesem Zustand, wobei die Hauptursachen Durchblutungsstörungen sind, oft gekoppelt mit Diabetes und Rauchen.
Es gibt verschiedene Formen des Ulcus cruris, wobei das venöse Ulcus cruris, ein Zeichen schwerster chronisch-venöser Insuffizienz, am häufigsten vorkommt und 51-80% aller Unterschenkelgeschwüre ausmacht. Zu den typischen Symptomen zählen bräunliche Hautverfärbungen, dünne Haut und schlecht heilende Wunden. Risikofaktoren umfassen unter anderem das Alter, Diabetes und eine erbliche Vorbelastung.
Behandlung und Prävention
Die Behandlung von Ulcus cruris fokussiert sich auf die Therapie der chronisch-venösen Insuffizienz. Wundreinigung, Wundbehandlung sowie Kompressionstherapie sind entscheidende Maßnahmen, um den venösen Blutrückfluss zu fördern. Während die Abheilungschancen gut sind, hängt der Erfolg von vielen Faktoren ab, weshalb regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls weitere Therapien notwendig sind.
Betroffenen wird geraten, bei Auffälligkeiten frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hausärzte oder Spezialisten wie Phlebologen, Angiologen und Dermatologen sind hierbei die richtigen Ansprechpartner. Für eine interdisziplinäre Behandlung stehen in Deutschland zahlreiche Wundnetze zur Verfügung.