In den letzten Wochen haben zwei Erdbeben im Dreikreiseck zwischen Verden, Rotenburg und Heidekreis für Aufregung gesorgt. Am 11. Februar 2026, um 4:57 Uhr und 20:37 Uhr, registrierten die Seismologen Beben mit Magnituden von 2,1 und 1,6. Betroffen waren die Gemeinden Odeweg, Schafwinkel (Weißenmoor), Groß und Klein Heins (Hamwiede) sowie Holtum (Völkersen). Die gemessenen Bodenschwinggeschwindigkeiten lagen bei 0,35 und 0,8 Millimetern pro Sekunde, was deutlich unter dem Richtwert für mögliche Gebäudeschäden von 5 Millimetern pro Sekunde liegt. Bürgermeister Arne Jacobs äußerte, dass ihm keine Schäden aus den Erdbeben gemeldet wurden. Für die Wiederinbetriebnahme der Erdgasbohrstelle Hamwiede Z 2 südlich von Groß Heins plant ExxonMobil bereits Maßnahmen. Experten sehen einen klaren Zusammenhang zwischen den Erdbeben und der Erdgasförderung, was die Diskussion über die Sicherheit der Erdgasförderung in der Region neu entfacht hat. Harbour Energy hat die Verantwortung für den möglichen Zusammenhang übernommen und prüft Ansprüche bei etwaigen Schäden durch die Erdgasförderung. Zudem unterstützen sie den Ausbau des Messnetzes in Kirchlinteln, um künftige seismische Aktivitäten besser überwachen zu können. Weitere Informationen zu den Geschehnissen können in einem Artikel der Kreiszeitung nachgelesen werden.
Die Ursachen von Erdbeben
Erdbeben entstehen meist durch ruckartige Entladung von Spannungen in der Erdkruste, häufig bedingt durch tektonische Plattenbewegungen. In Deutschland, das auf der Eurasischen Kontinentalplatte liegt, sind Erdbeben zwar selten, doch jährlich werden mehrere Hundert registriert. Die meisten dieser Erdbeben liegen unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle. Informationen zu seismologischen Daten in Niedersachsen sind auf www.seis-info.de verfügbar.
Die Bodenschwinggeschwindigkeit, wie sie in Kirchlinteln gemessen wurde, beeinflusst die Intensität und Spürbarkeit von Erdbeben. Eine Geschwindigkeit von 0,8 Millimetern pro Sekunde, wie sie bei einem der jüngsten Beben festgestellt wurde, ist für Menschen in der Regel nicht wahrnehmbar. Im Vergleich dazu wurde das stärkste Erdbeben in Deutschland in den letzten 20 Jahren mit einer Lokalmagnitude von 5,4 im Südschwarzwald registriert. Die Erdgasförderung kann Spannungsverhältnisse im Untergrund verändern und hat in der Vergangenheit zu Erdbeben geführt, die oft nicht spürbar sind. Daher ist die Diskussion um die Erdgasförderung und ihre möglichen Folgen besonders relevant.
Erdbeben in Deutschland im Kontext
In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 4.800 Erdbeben, überwiegend kleine. Die seismische Aktivität liegt im Durchschnitt unter dem Normalbereich. Interessanterweise gab es in den letzten drei Tagen 14 Erdbeben in oder in der Nähe von Deutschland, wobei nur eines eine Stärke von über 3.0 erreichte. Die durchschnittliche Anzahl von Erdbeben der Stärke 5 oder höher liegt bei nur 0,14 pro Jahr, was bedeutet, dass man in Deutschland etwa alle 7,1 Jahre mit einem solchen Beben rechnen kann. Die Region mit den meisten Erdbeben im Jahr 2026 war Bayern, gefolgt von Sachsen.
Die erhöhte Empfindlichkeit seismischer Netzwerke seit 2010 und die verbesserte Datenverfügbarkeit haben zu einem Anstieg der registrierten Erdbeben geführt. Für Betroffene spielt der Erdgasförderer eine zentrale Rolle bei der Schadensregulierung. Bei Uneinigkeiten können die Betroffenen die Schlichtungsstelle Bergschaden Niedersachsen kontaktieren, die vom Landkreis Rotenburg (Wümme) geleitet wird. Dies alles unterstreicht die Wichtigkeit der laufenden Forschung und Überwachung, um das Verständnis der geomechanischen Prozesse in niedersächsischen Erdgaslagerstätten zu verbessern.