Am heutigen Valentinstag, dem 16. Februar 2026, rückt die Turteltaube, ein Symbol für frisch Verliebte und romantische Zweisamkeit, ins Rampenlicht. Doch hinter ihrer süßen Fassade verbirgt sich eine tragische Realität: In Niedersachsen sind Turteltauben stark gefährdet und kommen kaum noch vor. Antje Oldenburg und Klaus Todtenhausen, Mitglieder des NABU, setzen sich engagiert für den Schutz dieser anmutigen Vögel ein. Ihr Ziel ist es, den Bestand, der seit 1980 europaweit um rund 90 Prozent gesunken ist, durch gezielte Maßnahmen zu stabilisieren.

Der Rückgang der Turteltaube hat verschiedene Ursachen. Ein wesentlicher Faktor ist die Jagd auf Turteltauben in mehreren südeuropäischen Ländern, wo jährlich zwischen 1,4 und 2,2 Millionen dieser Vögel legal abgeschossen werden. Zudem leidet die Art unter der intensiven Landwirtschaft und dem Pestizideinsatz, die ihre Lebensräume und Nahrungsquellen einschränken. Besonders problematisch ist der Mangel an Wildkräutern, die als Nahrungsquelle für Turteltauben unerlässlich sind. Um dem entgegenzuwirken, haben Oldenburg und Todtenhausen einen Tümpel als Tränke für Turteltauben auf einer Blaubeerplantage in Grethem (Landkreis Heidekreis) angelegt, um den letzten Turteltauben in der Region eine Wasserquelle im Sommer zu bieten.

Bedrohungen für die Turteltaube

Die Bedrohungen für die Turteltaube sind vielfältig. Neben der legalen Jagd wird die Art auch illegal bejagt, besonders im Mittelmeerraum, wo BirdLife International schätzt, dass jährlich mehr als 600.000 Turteltauben illegal getötet werden. Die intensiven landwirtschaftlichen Praktiken führen zudem zu einem Verlust von Nistplätzen und Nahrungsquellen. Während die EU-Vogelschutzrichtlinie die Jagd auf 24 Vogelarten erlaubt, müssen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass dies die Art und deren Schutzbemühungen nicht gefährdet. In Ländern wie Österreich und Frankreich ist die Jagd sogar bis in die Brutperiode erlaubt, was die Situation zusätzlich verschärft.

Die Überlebensrate der Turteltaube ist alarmierend niedrig: Nur jeder vierte bis fünfte Jungvogel überlebt das erste Lebensjahr, und die jährliche Überlebensrate liegt nur bei 50%. Dies wird zusätzlich durch Krankheiten wie den Parasit Trichomonas gallinae verschärft, der hohe Infizierungsquoten auslösen kann und oft tödlich ist.

Engagement und Schutzmaßnahmen

Das Ehepaar Oldenburg betont die Notwendigkeit, mehr offene Wasserflächen zu schaffen, um die Turteltauben zu unterstützen. König Charles III. hat in diesem Kontext eine Brutstätte für Turteltauben auf einem royalen Grundstück eingerichtet und zeigt, wie wichtig prominente Unterstützung für den Tierschutz ist. Auch in Lüneburg gibt es Bestrebungen zum Schutz der Turteltaube: Der Verein „Stadttauben Lüneburg“ hat einen Taubenschlag im Stadtteil Kaltenmoor aufgestellt, gefördert durch das Land.

Doch nicht nur in Deutschland gibt es Herausforderungen. Berichte über illegale Jagdpraktiken, wie der Vorfall am 16. April 2025 auf der Halbinsel Keri, verdeutlichen, wie gefährlich das Engagement für den Schutz der Turteltaube sein kann. Ein internationales Team von Vogelschützern wurde dort von Wilderern bedroht und angegriffen, was die Dringlichkeit des Themas unterstreicht. Es ist evident, dass der Schutz der Turteltaube nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Herausforderung darstellt.

Insgesamt ist es entscheidend, das Problembewusstsein für die Gefahren, denen die Turteltaube ausgesetzt ist, zu schärfen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um diesen einzigartigen Vogel vor dem Aussterben zu bewahren. Weitere Informationen zu den Bedrohungen und Schutzmaßnahmen finden Sie in den umfangreichen Berichten des NABU sowie in den Artikeln über die Turteltaube auf den Seiten von NDR und NABU.